Er hat richtig Stress mit Yoko Ono

Umtriebiger Barbetreiber: Nima Garous-Pour. Foto: KP Flügel
 
Oh, no: 17 Jahre wurde vor und im Yoko Mono gefeiert. Foto: Archiv KP Flügel
Hamburg: John Lemon |

Gastronom Nima Garous-Pour hat den Nachfolger am Valentinskamp nun schlicht Yoko genannt – jetzt droht auch ein Prozess wegen des John Lemon

Von KP Flügel. Als Nima Garous-Pour die Aufforderung im Briefkasten fand, dass Yoko Ono, die Witwe des Ex-Beatles John Lennon, von ihm verlangte, das Yoko Mono nicht mehr Yoko Mono zu nennen, dachte er zuerst an einen Scherz. 17 Jahre hieß die kultige Cafébar mit abgerocktem Spelunkencharme im Karoviertel so, ohne dass irgendjemand daran etwas auszusetzen hatte. „Ich habe zuerst auch gar nicht drauf reagiert“, sagt der 40-jährige Yoko Mono-Betreiber. Das Hamburger Zivilgericht gab der Klage Yoko Onos statt. „Jetzt heißt die Bar einfach nur Yoko.“ Ob er in Revision gehen werde, darüber habe er noch nicht nachgedacht.

Der neue Laden war einst das legendäre Madhouse

Wegen Nimas zweiter Bar, dem John Lemon in der Vereinsstraße, gibt es seit kurzem wieder Ärger mit Yoko Ono. Die Witwe von John Lennon, möchte nicht, dass der Laden in Eimsbüttel ähnlich wie der Beatles-Gründer heißt. Dem jungen studentischen Publikum, das dort seit zweieinhalb Jahren sein Bier trinkt, ist der Name herzlich egal. Ob Nima den Namen ändert, oder Prozesskosten per Crowdfunding sammelt, konnte sein Anwalt Jens Kristian Peichl auf „Spiegel online“ noch nicht sagen.
Zurück zum Yoko Mono: Dort stand die Schließung ohnehin bevor. Seit gut eineinhalb Jahren wusste Nima, dass der alte Standort an der Marktstraße aufgrund der Kündigung seitens des Vermieters nicht zu halten war. „Ich habe für das alte Yoko sehr gekämpft. Wir haben alle Auflagen befolgt, das Konzept nicht verändert und die Miete immer pünktlich bezahlt. Aber seit circa eineinhalb Jahren wusste ich, dass wir da raus mussten. Ich habe irgendwann damit abgeschlossen und eingesehen, dass es sonst ein Kampf gegen Windmühlen werden würde.“
Nima Garous-Pour machte sich auf die Suche nach einer neuen Location. „Es war schwierig. Dann habe ich Glück gehabt.“ Am Valentinskamp 47, schräg gegenüber der Laeiszhalle, stand das ehemalige Infinity, in dem sich noch früher das legendäre Madhouse befand, leer. Diese Gelegenheit ließ er sich nicht entgehen. Am 9. November dann die Eröffnung. Wer das neue Yoko betritt, wird mit Sicherheit ein Déjà-Vu erleben. Auch wenn sich der Billardtisch gleich am Eingang und das alte DJ-Pult rechts an der Wand befinden. Holzvertäfelung, Tische und Stühle und die Lampen erinnern an den alten Ort. Der Einschätzung, dass der neue Laden eine harmonische, leicht modernisierte Neuauflage des alten ist, stimmt Nima Garous-Pour zu.
Zu der erdgeschossigen Cafébar-Räumlichkeit hinzugekommen ist noch die sich im Keller befindliche ehemalige Dancefloor-Location. „Diesen Bonus wollen wir nutzen. Künftig sollen hier nicht nur Partys stattfinden. Vielmehr denke ich an Lesungen, Performances, Theateraufführungen und Konzerte“, sagt Nima Garous-Pour.

Nima Garous-Pour

Der Wirt von Yoko und John Lemon wurde 1977 in Teheran, Iran, geboren. 1995 kam er nach Deutschland, absolvierte eine handwerkliche Ausbildung als Fräser und Dreher. Seit 14 Jahren ist er im Yoko Mono, erst vertretungsweise, dann als Geschäftsführer und Betreiber.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.