Eppendorfer Weg: so kaputt wie in der DDR

Achtung Kuhle: Nicht nur Rollstuhlfahrer müssen am Eppendorfer Weg aufpassen. Auch viele Fußgänger sind schon über die Kanten gestolpert und stürzten
Hamburg: Eppendorfer Weg |

Eimsbüttel: Anwohner ärgern sich über kaputte Gehwege

Schwenckestraße, Heußweg, Ottersbekallee, Emilienstraße, Hagenbeckstraße: Nach dem Elbe Wochenblatt-Bericht über kaputte Gehwege weisen Leser auf immer mehr Straßen hin, an denen es Kanten und Stolperfallen gibt, teilweise seit Jahren. Das Elbe Wochenblatt begleitete einen Rollstuhlfahrer am Eppendorfer Weg, wo es auf wenigen Metern besonders schlimm ist.
Stephan Eberlein muss an vielen Ecken des Eppendorfer Wegs gehörig aufpassen. Dem Rollstuhlfahrer macht der schlechte Zustand des Gehwegs besonders zu schaffen, wenn er von der Kottwitzstraße zum Arzt an der Ecke Wrangelstraße muss. „Durch die Unebenheiten und Löcher bin ich schon öfter mit meinen Rädern stecken geblieben. Vor einem Jahr sprang mir an einer Stelle, an der eine Steinfliese fehlte, ein Vorderrad raus. Ich musste dort dann eine halbe Stunde warten, bis meine Mutter mit den Ersatzrollstuhl kam und mich abgeholt hat.“
Vor einem Blumenladen ist eine besonders breite Ecke, wo Gehwegplatten fehlen und hohe Kanten sind. Über die Kuhle kommt Eberlein nur schwer hinweg. Ein Anwohner berichtet, dass er hier schon drei Menschen stürzen sah – „auch junge Leute“. Eine Nachbarin erzählt von einer Freundin, die sich bei einem Sturz das Handgelenk gebrochen hat. „Aber der Bezirk sagte nur, da stehen Schilder mit Hinweisen. Sie könnten da nichts machen. Da wird die Straße komplett neu gemacht, und die Gehwege bleiben so kaputt. Das sind Zustände wie in der DDR“, schimpft sie.

Anwohner Eberlein: „Es ist noch schlimmer geworden“

Stephan Eberlein hat bereits mehrmals beim Bezirksamt auf die Gefahren hingewiesen, er bekomme aber jedes mal die gleiche Antwort, dass die Probleme dort bekannt sind und man sich in Kürze darum kümmere. „Passiert ist aber in fast fünf Jahren überhaupt nichts. Es ist nur noch schlimmer geworden“, sagt der 44-Jährige.
Das Bezirksamt will nun die kaputten Stellen zwischen Hoheluftchaussee und Mansteinstraße beseitigen lassen. Der Behörde sei seit 2013 zudem nur ein Unfall wegen hochstehender Gehwegplatten bekannt. Mängel würden kontinuierlich beseitigt, heißt es.

Bezirksamt: "Mit Gefahrenquellen rechnen"

Das Bezirksamt sieht sich nicht verpflichtet, die Gehwege in einem einwandfreien Zustand zu halten. Es beruft sich darauf, diese lediglich so weit ausbessern zu müssen, dass „eine möglichst gefahrlose Benutzung der Wege sichergestellt“ werde. Das bedeute aber nicht, dass die Straßen und Wege völlig gefahrlos und frei von allen Mängeln sein müssen. „Grundsätzlich haben Verkehrsteilnehmer die örtlichen Verhältnisse so hinzunehmen und sich ihnen anzupassen, wie sie vorgefunden werden. Verkehrsteilnehmer haben daher mit typischen Gefahrenquellen, wie etwa Unebenheiten grundsätzlich zu rechnen“, so Elisa Ellermann vom Bezirksamt Eimsbüttel.

Kommentar: Ganz schön dreist
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