Endlich mal was los in Eimsbüttel – da gab es Ärger

Vorne rocken die Jungs von Abramowicz, dahinter biegt gerade der Bus ab: Auf der Verkehrsinsel Grindelallee/Beim Schlump gab es ungewohnte Durchblicke.

Tausende Besucher beim Kulturcamp "Live für die Insel" – manchen Anwohnern war die Musik zu laut

Das war für Eimsbütteler Verhältnisse wohl Neuland: Eine Handvoll Künstler hat eine verwaiste Wiese zu einem Freiluftlabor gemacht. Ganz legal, keine Angst. Schräge Holzfiguren, Klanginstallationen, Spraydosenkunst, Skulpturen: Das Kollektiv Bohángn zeigte vorige Woche, was man auf der öden Verkehrsinsel an der Grindelallee/Beim Schlump so alles anstellen kann. Das kam gut an, nur manchen Anwohnern war die Musik dann doch zu laut.
Ein Gewirr aus Plastikschläuchen und Abwasserrohren hängt in den Bäumen. Es tutet, röhrt und brummt. Christophe Schweizer und Yannick Barman haben ihr „Bristophone“ angeworfen. Luft wird durch Schläuche und Röhren gepustet und erzeugt eine schräge Klangmischung. Auf der Bühne nebenan spielt sich schon die nächste Band warm.
Drei Tage Musik, sieben Tage Kunstcamp: Das war „Live für die Insel“, wie die Macher ihr Baby nannten. Künstler aus Israel, Polen und Hamburg waren dabei. Schon von weitem waren die riesigen Figuren von Guy Bloom aus Tel Aviv zu sehen – grellbunte Gesellen mit fiesen Mienen.
Sonst ungenutzte Räume in der Stadt neu schaffen, Platz für Subkultur bieten, Künstler untereinander und Kreative und Nachbarschaft zusammenbringen – das waren die Grundgedanken des Camps. „Das ist noch zehnmal toller als wir uns das gedacht hatten“, bilanzierte Mitveranstalter Chris Lüers (23). Etwa 4.000 Besucher kamen nach seinen Schätzungen.
Mehrere Male kam allerdings auch die Polizei: Anwohner hatten sich wegen der Live-Musik beschwert. Kompromiss: Die Bands machten ein bisschen leiser, das dröhnende Schlagzeug wurde gedämpft. Nützte am Ende auch nichts. Sonntagabend um kurz vor neun Uhr beendete die Polizei die Live-Auftritte nach erneuten Beschwerden. Lüers etwas zerknirscht: „Wir haben alles nur Mögliche getan, um die Musik leiser zu machen.“ Für denkbare künftige Insel-Kunstcamps wolle die Gruppe aber das Konzept überarbeiten.
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