Endlich eine eigene Bude

Musiker Felix Ernesto Schnettler freut sich mit Sozialpädagogin Janina Bernhardt über seine Wohnung in der Margarethenstraße. Foto: frh

Selbstbestimmt leben: In der Margarethenstraße gibts jetzt Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung

Von Frauke Heiderhoff, Eimsbüttel – Jeden Tag hat Felix Ernesto Schnettler telefoniert. Um eine Wohnung für Menschen mit Handicap im Schanzenviertel zu ergattern. Denn von einem Appartement in dem „belieben Multi-Kulti-Viertel“ konnte er bislang nur träumen. „Das Straßenleben in der Schanze mit seiner Cafékultur ist einmalig“, so Schnettler. Umso mehr freut er sich, dass sein Engagement erfolgreich war: Vor kurzem zog der 29-Jährige – wie neun weitere Bewohner – in eine eigene Wohnung in der Margarethenstraße.
Der Einrichtung „Leben mit Behinderung Hamburg“ gelang es, ein Haus in der Margarethenstraße anzumieten. Die Räume wurden zuvor vom Hos-piz Sinus genutzt.
Der Gitarrist Schnettler ist mit seinem Musikerdasein zufrieden. Zwei Tage in der Woche proben die Mitglieder seiner Band „Station 17“. Acht Alben haben sie schon aufgenommen. Der 29-Jährige genießt es, „in einer Gruppe mit Menschen zu musizieren, die sich keine Songstrukturen merken können oder wollen“. Doch ein eigenes Appartement in einem betreuten Wohnkomplex „mitten in der Schanze“ hat zu seinem „Glück bislang noch gefehlt“.
„Jetzt habe ich eine eigene Wohnung und bin dennoch nicht allein“, freut sich der Gitarrist. Denn im benachbarten Gemeinschaftsraum kann er sich mit seinen Mitbewohnern treffen. Insgesamt gehören zum 480 Quadratmeter großen Komplex sechs Wohnungen: eine 3er Wohngemeinschaft (WG), zwei 2er-WGs und drei Einzelappartements. Insgesamt fünf Fachkräfte, darunter Heilerziehungspfleger und eine Sozialpädagogin, unter-stützen die Bewohner. Sie helfen bei Behördengängen, bei der Freizeitgestaltung und der Organisation des Haushalts. Die Bewohner sollen so Gemeinschaft erleben und aktiv am Leben im Stadtteil teilnehmen können. Die meisten Wohneinheiten sind barrierefrei zu erreichen.

Der Verein:Leben mit Behinderung
Leben mit Behinderung Hamburg ist ein Zusammenschluss von über 1.500 Familien mit einem behinderten Angehörigen. Der Elternverein wurde 1956 gegründet. Er war damals deutschlandweit die erste Selbsthilfe-Vereinigung von Eltern mit behinderten Menschen. (Ziel: die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen am Stadtleben.) Der Elternverein bietet in Hamburg neun weitere betreute Wohngemeinschaften an.
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