Eltern fordern Tempo 30 an der Bundesstraße - Polizei lehnt ab

Trauerecke für Vesper-Wirtin Stefanie Haver an der Bundesstraße. Die 45-Jährige wurde von einem Auto angefahren und starb. Nun entbrennt eine Diskussion um die Sicherheit an der Straße.
Hamburg: Bundesstraße |

Nach dem tödlichen Unfall ist eine Diskussion um die Sicherheit an der Straße entbrannt

Der tödliche Unfall an der Bundesstraße hat viele Eimsbütteler schockiert. In die Trauer mischt sich Wut. Wut darüber, dass viele Autofahrer weiterhin rücksichtslos über rote Ampeln fahren. Viele Bürger aus dem Viertel wollen, dass sich etwas ändert. Tempo 30, sichere Ampeln – das sind die Kernforderungen. Eine Bestandsaufnahme.
„Unfassbar! Warum?“ In großen Lettern steht diese Frage in der Traueranzeige für Stefanie Haver. Die 45-Jährige wurde an der Bundesstraße von einem Auto angefahren. Sie hatte Grün an der Fußgänger-ampel, der Autofahrer rot. Die Vesper-Wirtin starb wenige Tage nach dem schweren Unfall.
Nun ist eine Diskussion um die Sicherheit an der Straße entbrannt. Hunderte Schulkinder sind täglich in dem Quartier unterwegs. Drei Gymnasien, eine Stadtteilschule, zwei Grundschulen, Fußballplätze und Sporthallen befinden sich im weiteren Umfeld. Es gibt immer wieder gefährliche Situationen. Da huscht noch schnell einer bei Rot drüber, da biegen Autofahrer illegal von der Bismarckstraße auf die Osterstraße nach links ab.

Eltern setzen sich für Tempo 30-Zone ein

„Muss immer erst etwas passieren, bevor sich etwas ändert?“, fragt Felix Skala vom Elternrat der Schule An der Isebek. Die Eltern sammeln Unterschriften für ein Tempolimit an der Bundesstraße. „An so gefährlichen Ecken mit vielen Schulen muss es doch möglich sein, Tempo 30 einzuführen“, sagt der Elternvertreter.
Die Bezirkspolitik regt auf
Initiative der Linken ebenfalls großräumig eine Tempo 30-Zone zwischen Eppendorfer Weg und der Straße Beim Schlump an. Zudem sollen die Fußgänger-Ampeln auf Höhe des Isebekkanals – an der Bundesstraße und der Bogenstraße – so umprogrammiert werden, dass sie sofort auf Grün schalten, wenn ein Fußgänger drückt. Weitere Forderung: Die unübersichtliche Kreuzung Bismarckstraße / Osterstraße soll umgebaut werden.
Wird was daraus? Die zuständige Polizeidienststelle kennt die Forderungen, hält sich aber noch bedeckt mit einer Antwort (siehe unten).

Das sagt die Polizei


Aus Sicht der Polizei ist die Situation an den Fußgängerampeln Bundesstraße und Bogenstraße „unauffällig“. Demnach gab es zwischen Januar 2012 und Dezember 2014 an der Ampel Bundesstraße keinen Unfall mit Fußgängern oder Radfahrern, an der Ampel Bogenstraße vier.
Tempo 30 sei auf der geforderten Strecke zwischen Eppendorfer Weg und Beim Schlump „nicht zulässig“. Hintergrund: Osterstraße/Bundesstraße seien wichtige Ein- und Ausfallstraßen mit dichtem Verkehr, der durch Ampeln geregelt werden muss. Tempo 30-Zonen dürften aber per Gesetz nur da eingerichtet werden, wo es keine Ampeln gebe.
Geänderte Schaltungen der Ampeln seien an sich machbar – ob das auch kommt oder Sinn macht, lässt die Polizei derzeit offen.

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Betreff: Bundesstraße
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