Elim: Ein Krankenhaus verschwindet

Mitten rein: Der Greifer langt zu.

Historischer Bau an der Hohen Weide in Eimsbüttel wird abgerissen

Rumms, noch eine Mauer fällt. Backsteine purzeln herab, Staubschwaden breiten sich aus. Abriss des markanten Elim-Krankenhauses an der Hohen Weide: In etwa zwei Wochen soll fast das komplette Gebäude verschwunden sein. Die 1927 eröffnete Klinik ist demnächst nur noch Geschichte. Anstelle des Elim sollen ein Facharztzentrum, eine öffentliche Sporthalle und eine Tiefgarage entstehen.
Die Männer des Abriss-Unternehmens arbeiten sich Stück für Stück vor. Große Haufen Schutt liegen herum. Holzlatten, Stahlträger, Kabel, Beton, Klinker – eine Geröllhalde im Bereich zwischen Kaifu-Bad, Kaifu-Lodge, Sportplatz und Klinikneubau. Saunagäste treten auf die Kaifu-Terrasse und blicken sich verwundert um, Kinder beobachten das Abriss-Schauspiel hinter den Glasscheiben des Bads. Gibt es Beschwerden? Laut Klinikumssprecherin Ute Schlemmer nicht. „Einige Gäste sind vom Baulärm genervt“, sagt Bäderland-Sprecherin Kirsten Morisse. Aber so richtig beschwert habe sich auch im Bad niemand.
Das könnte sich bald ändern. Voraussichtlich ab Mitte nächster Woche wird der Schutt abtransportiert. 10.000 Kubikmeter, knapp 20.000 Tonnen Steine, Stahl und sonstige Trümmer müssen weg. „Das sind etwa 800 Laster-Ladungen“, rechnet Frank Kreimer vom Abrissunternehmen Hagedorn vor. Die Schuttlaster sollen von der Trümmerhalde aus nach rechts in die Hohe Weide in Richtung Fruchtallee abfahren. Bis zum 20. April muss der Abriss abgeschlossen sein, so Kreimer.
Die Initiative gegen das Agaplesion-Klinikum hatte zuletzt gefordert, dass im Bereich des neuen Praxenparks auch Aufenthaltsflächen für Patienten und Personal geschaffen werden. Die Initiative kritisiert, dass der bereits vor einem Jahr bezogene Neubau zur Bundesstraße hin über keinerlei solche Flächen verfüge, Patienten und Klinikpersonal daher Fußwege und Straßenraum gewissermaßen als „Park“ nutzen würden. Das Klinikum lehnt die Forderungen der Initiative ab, diese seien nicht erfüllbar.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.