Eine Woche lang ohne Strom

Rußgeschwärzte Wände, verkohlte Türen, angesengte Leitungen: Mieter Stefan Stefanac blickt auf die Schäden im Keller des Hauses Schwenckestraße 55. Er hatte in den Tagen nach dem Brand Strom, Nachbarn nicht.

Reparaturen und Provisorien: Der Kellerbrand in der Schwenckestraße und die Folgen

Pechschwarz hier unten. Die Wände sind verrußt, geschmolzene Kabel hängen von der Decke. Holztüren zu den Kellerverschlägen sehen aus wie Grillkohle. Es stinkt nach verbranntem Plastik. Am Dienstag, 4. Februar, hat es im Keller der Saga-Häuser Schwenckestraße 53-57 gebrannt. Brandstiftung: Da ist sich die Polizei sicher, eine heiße Spur gibt es noch nicht.
Als Stefan Stefanac an jenem Abend um kurz nach acht Uhr aus dem Küchenfens-ter blickte, sah er die dunklen Rauchschwaden. „Wir sind schnell durchs Haus und haben an den Tüten geklopft, um die Nachbarn zu warnen“, erzählt der Mieter. Alle sollten raus, so schnell es geht. Klappte auch größtenteils. Stefanacs Enkeltochter, die bei ihm zu Besuch war, atmete auf dem Weg nach draußen giftige Gase ein. Das Mädchen musste ins Krankenhaus, wurde nach ein paar Stunden aber wieder entlassen. „Ich war so erleichtert, dass ihr nichts passiert ist“, sagt der 63-Jährige. Drei weitere Bewohner der Häuser mussten wegen einer leichten Rauchgasvergiftung behandelt werden.
Stefanac berichtet, dass im Keller immer wieder Möbel rumstanden. „Viele Leute konnten hier rein und raus.“ Der Kellergang verläuft unter den drei Häusern, Zwischenwände oder Türen gibt es nicht. Unter der Nummer 55 brannten Möbel. Die Stromkästen des mittleren Hauses schmorten komplett durch. Es gab knapp eine Woche keinen Strom.
Mieter Peter von Pirch konnte deshalb nicht kochen, saß im Dunkeln. Die Saga bot Mietern an, ins Hotel zu ziehen. Doch der 75-Jährige harrte aus, ins Hotel wollte er nicht. Er kann schlecht laufen, kommt kaum die Treppe runter. Stefanac brachte ihm jeden Tag etwas Warmes zu essen vorbei. Beide fühlten sich mit den Folgen des Brands alleingelassen: „Hier hat sich keiner um uns gekümmert“, klagt von Pirch. Stefanac vermisste eine Nachfrage des Vermieters zu den Verletzten: „Da hat sich keiner mal erkundigt!“ Die Saga widerspricht: „Uns war von Anfang an die Zahl der Verletzten sowie Art und Schwere der Verletzungen bekannt“, so Sprecher Michael Ahrens. Zudem seien seit dem Brandtag Mitarbeiter wie Techniker und Hauswart vor Ort gewesen und informierten die Mieter.

Infos der Saga


Nach dem Feuer waren die Techniker am Werk: Elektroleitungen, Zähler, Verteiler mussten erneuert werden. Zudem fingen Mitarbeiter damit an, das Treppenhaus zu reinigen. Seit vorigen Donnerstag sollen laut Saga alle Haushalte wieder mit Strom versorgt sein. In den drei Häusern leben 32 Mietparteien. Insgesamt vier Mieter wurden nach dem Brand in einem Hotel untergebracht.
Im Keller des Hauses wurde laut Polizei Sperrmüll angezündet. Hinweise auf Täter gibt es bisher noch nicht.
Laut Saga waren Brand-schutzvorschriften erfüllt, bauliche Veränderungen seien nicht nötig. CV
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