Eine Reise in deutsch-jüdische Vergangenheit

Reise in deutsch-jüdische Geschichte und Gegenwart: Siebtklässler der Ida-Ehre-Schule studierten mit Profitänzern eine Choreografie zu Ausgrenzung ein.

Ida-Ehre-Schule: Siebtklässler gestalten mit Profis Tanz-Choreografie

Nähe und Trennung, Hoffnung und Furcht: Mit Gesten, Blicken und Bewegungen wird hier eine Geschichte erzählt. In der Aula der Ida-Ehre-Schule zeigen Schüler die Tanzchoreografie, die sie mit Profis in vier Tagen einstudiert haben. Thema: Ausgrenzung.
Sie sitzen an Schultischen, eine Klassenszene. Das Publikum schaut von der Bühne zu, vertauschte Perspektiven. Anfangs ist es ruhig, dann kommt Bewegung in das Stillleben. Zwei Tänzerinnen lösen sich aus der Gruppe, stehen abseits der Klasse, reichen einzelnen Mitschülern die Hände, lassen los, schmiegen sich an sie und gehen wieder weg. Szenenbilder von Nähe und Trennung.
Die Choreografie basiert auf einer Geschichte aus der Verangenheit. Ausgehend von Briefen einer ehemaligen jüdischen Schülerin aus Eimsbüttel, Ursel Lievendag, werden erzwungener Abschied, Wehmut und Trauer inszeniert. Das jüdische Mädchen von damals war die Großmutter von Hannah Schwadron. Die Choreografin aus Florida fasst mit zwei Profitänzerinnen – Crystal Sepulveda und Cydney Watson – die alte Geschichte in Bilder. Mithilfe der Schüler wird der Bogen zur Gegenwart gespannt. Die Siebtklässler brachten im Workshop ihre Erfahrungen mit Ausgrenzung ein. Es ging um Flüchtlingsschicksale in aller Welt, um die Lampedusa-Gruppe in Hamburg und die politische Debatte darüber.

„Die Schüler verkörperten diese Geschichte wunderbar“

Am Schluss des Stückes sitzen sich zwei Schülergruppen auf weit entfernten Stühlen gegenüber. Sie wollen sich die Hände reichen, aber sie sind zu weit weg voneinander. Bewegendes Sinnbild für die erzwungene Trennung. „Mein Herz würde zerbrechen, wenn eine Freundin uns verlassen würde“, sagt Schülerin Helena.
16 Mädchen und Jungen aus siebten Klassen der Ida-Ehre-Schule nahmen an dem viertägigen Workshop teil. Hannah Schwadron lobte deren Engagement: „Sie verkörperten diese Geschichte wunderbar. Die Schüler zogen gut die Verbindung zwischen der damaligen Geschichte und der Gegenwart.“
Lachende Gesichter und erleichterte Mienen: Stolz waren auch die Schüler. „Die ganze Woche war stark, vor allem unser Auftritt“, freuten sich zum Beispiel Yannick und Samuel (beide 13).


Klasse - getanzte Zeitspuren
Tanzinstallation in der Israelitischen Töchterschule, Karolinenstraße 35
Donnerstag, 28. Mai, 18 Uhr. Eintritt: neun Euro, Anmeldung unter 428 41 14 93
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