Eine Loge in Langenfelde

Rundum-Blick aus dem 14. Stock: Bettina Nowack kann täglich in die Ferne schauen, wenn das Hamburger Wetter es zulässt.
 
Zu Langenfelde gehört die Bahn – Bettina Nowack kann vom 14. Stock aus die Züge rangieren sehen.

Am S-Bahnhof Langenfelde steht das höchste Haus Stellingens – zu Besuch im 14. Stock

Benji will auch mal runtergucken. Bettina Nowack hebt ihren Hund hoch und lässt ihn über die Brüstung des Balkons lugen. Vor der Hundeschnauze und unseren Augen geht es 40 Meter in die Tiefe. Von hier oben wirken die Menschen da unten ganz klein, die Autos wie Spielzeug.
Bettina Nowack kann täglich weit in die Ferne schauen. Ihre Wohnung liegt im 14. Stock des markanten Hochhauses am S-Bahnhof Langenfelde. Eine Loge in Langenfelde - das ist schon mal klar. Rechts in der Ferne die Imtech Arena, davor die A 7, auf der sich Laster und Autos stauen. Gegenüber ist der Bahn-Betriebshof Langenfelde, ICEs und Regionalzüge stehen wie stählerne Schlangen herum. Unten am Försterweg liegt der alte jüdische Friedhof wie ein kleiner grüner Park da. Links ragen die Kräne des Hafens in den Himmel. „Silvester ist das ganz genial, da flitzen wir immer von einem Zimmer zum anderen, um das Feuerwerk zu sehen“, sagt Nowack lachend.
Sie wohnt seit 13 Jahren hier im Hochhaus am Försterweg. Zwei Zimmer und zwei halbe Zimmer, 86 Quadratmeter. Die Kinder sind schon groß, die Jungs ausgezogen, nur die jüngste Tochter lebt noch mit ihrem Freund hier. 188 Wohnungen gibt es insgesamt in dem 18-stöckigen Hochhaus, Heimat für gut 500 Menschen.

Vom Baulärm am Wochenende geweckt


Seit Sommer 2013 wird das Hochhaus saniert. Jahrzehntelang prägte die graue Fassade des Klotzes die Ecke. In den vergangenen Monaten wurde an der Fassade eine gelblich-ocker schimmernde Verkleidung angebracht. „Das ist wesentlich netter als vorher“, sagt Nowack, sie ist froh, dass sie vom Balkon aus wieder freie Sicht hat. Gut ein Jahr blickte sie auf ein Baugerüst, Arbeiter werkelten vor den Fenstern. „Wir wurden manchmal um sieben Uhr morgens vom Baulärm wach, auch am Sonnabend.“
Auch rund um das Hochhaus, in der Siedlung, die wegen ihrer langgestreckten schmalen Form „Linse“ genannt wird, hat sich einiges verbessert in den vergangenen Jahren. „Als ich damals einzog, war das nicht schön hier, alles von oben bis unten beschmiert“, erzählt die gebürtige Niendorferin. In den Treppenaufgängen lungerten Drogendealer herum. Seit im Erdgeschoss Hausmeister in ihren Logen sitzen, hat sich das gebessert, so Nowack.

Morgens hört sie das Rauschen der Stadt


Sie mag die Ecke – und vor allem ihre Wohnung. Auch wenn es umständlich ist, die Fahrräder ins 14. Geschoss zu bugsieren, damit sie unten nicht geklaut werden. „Ist uns mehrmals passiert“, erzählt Nowack. Entschädigt wird sie immer wieder von dem kleinen Balkon mit dem großartigen Ausblick. „Morgens in der Früh hört man hier schon das Rauschen der Stadt – das ist unsere kleine Oase.“


Miete steigt nach der Sanierung


Das Hochhaus im Försterweg 36-42 gehört zum Quartier Linse der Baugenossenschaft Hamburger Wohnen. In dem 18-geschossigen Gebäude gibt es überwiegend Sozialwohnungen mit günstigen Mieten – nach der Sanierung wird es aber teurer. Um einen Euro pro Quadratmeter steigt die Kaltmiete, für Bettina Nowack sind das zum Beispiel 86 Euro extra im Monat, mehr als zehn Prozent der Gesamtmiete.
Bisher sind in dem Hochhaus laut Genossenschaft durchschnittlich fünf Euro kalt pro Quadratmeter fällig. Kein Mieter soll nach der Modernisierung allerdings mehr als 6,50 kalt pro Quadratmeter zahlen, heißt es vom Vorstand.
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