Ein Zaun gegen Obdachlose!

Zutritt versperrt: Unter der Fahrradbrücke am Isebekkanal steht nun ein Zaun, der Obdachlose daran hindern soll, sich hier ein Lager aufzubauen.

Isebekkanal: Bezirksamt Eimsbüttel pocht auf Ordnung

Der Weg zur Schlafstätte ist versperrt. Ein grüner Drahtzaun steht jetzt am Isebekkanal unterhalb der Fahrradbrücke nahe der Goebenstraße, auf beiden Seiten des Ufers. Bis vor kurzem haben hier noch Obdachlose übernachtet. Sie hatten sich ein kleines Lager mit Matratze, Schlafsack und ein paar Habseligkeiten eingerichtet. Vorbei. Denn das ist verboten.
Das Bezirksamt Eimsbüttel hat den Zaun bauen lassen, damit dort niemand mehr „lagert“. Offizielle Begründung: „Hier geht es um Schutz von Gesundheit und Leben. Vor dem Aufstellen des Zaunes waren wir im intensiven Kontakt mit den zwei dort lebenden Obdachlosen und der Tagesaufenthaltsstätte in der Bundesstraße, um den Obdachlosen alternative Möglichkeiten aufzuzeigen und anzubieten“, sagt Elmar Schleif, Sprecher des Bezirksamts. Wenn das so ist, hat das Amt offenbar aus einer früheren Aktion gelernt.
Schon vor zwei Jahren gab es Ärger um eine Räumungsaktion: Damals hatte die Behörde die Schlafstätten unter der Brücke von einem Tag auf den anderen von einer Firma beseitigen lassen. Offenbar, ohne mit den Obdachlosen vorher zu sprechen.

Ufer ist keine Lagerstätte für Kanus und Kajaks

Weg müssen am Kanal auch Dutzende an der Böschung abgelegte Boote – Kanus oder Kajaks. Der Streit um diese Freizeitgeräte zieht sich ebenfalls schon etliche Jahre hin. Regelmäßig fordert das Amt die Paddler dazu auf, ihre Boote von der Uferböschung zu entfernen. Begründung: Die Freizeitkapitäne beschädigten auf dem Weg zu ihren Booten das Ufer und störten Vögel beim Brüten. Es sei „zu massiven Beschädigungen der Böschung und deren Bepflanzung gekommen. Außerdem werden die dort lebenden Vögel durch das Begehen der Böschung in der Vegetationszeit in hohem Maße in ihrem Lebensraum gestört.“ Die Bootsbesitzer haben nun vorerst bis 15. März Zeit, ihre Kanus oder Kajaks wegzutragen. Danach werden sie vom Bezirksamt abgeräumt.
Hintergrund der Aufräumaktion ist, dass der Uferbereich des Isebekkanals und die angrenzenden Grünflächen Mitte Dezember 2015 zum Park erklärt wurden. So sollen das Grün und die dort lebenden Tiere geschützt werden. Die Parkanlage ist eine späte Konsequenz aus dem Bürgerentscheid von 2010 (siehe unten).

Isebek-Park
Die Isebek-Initiative setzt sich seit etlichen Jahren für den Schutz des Kanals und der angrenzenden Natur ein. Mit einem Bürgerbegehren und einem Bürgerentscheid wurden gravierende Eingriffe verhindert. Im Gedächtnis bleibt vielen Eimsbüttelern der Streit um ein Haus am U-Bahnhof Hoheluftbrücke. Etwa 70 Prozent der teilnehmenden Eimsbütteler stimmten im Juli 2010 gegen den Bau eines Büro- und Geschäftshauses. Sie stimmten dabei auch für die naturnahe Erhaltung des Isebek-Grünzugs. Der Plan, einen Park daraus zu machen, ist nun eine Folge davon. Seit Herbst 2013 gibt es zudem einen Runden Tisch, in dem wichtige Themen und Pläne rund um den Kanal besprochen werden.
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4 Kommentare
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 01.03.2016 | 21:41  
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 01.03.2016 | 22:03  
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Kai Dirksen aus Eimsbüttel | 07.03.2016 | 23:44  
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Kai Dirksen aus Eimsbüttel | 14.03.2016 | 14:28  
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