Ein Kind legte das Feuer im Parkhaus!

Der völlig ausgebrannte Ford C-Max im Karstadt-Parkhaus: Vor zwei Wochen zündete ein 13-jähriger Junge den Wagen an, ermittelte nun die Polizei. Das Parkdeck und umstehende Autos wurden beschädigt. Wer dafür zahlt, ist noch unklar. (Foto: ap)

13-jähriger Junge steckte Auto bei Karstadt in Brand – und wer zahlt nun?

C. Vitt/A. Polzin, Eimsbüttel – Die Polizei hat den mutmaßlichen Brandstifter von Karstadt ausfindig gemacht: Nach Auskunft der Ermittler legte ein 13-jähriges Kind das Feuer im Parkhaus an der Osterstraße. Der Junge aus Berlin soll auch in einem Parkhaus in der Innenstadt ein Auto angezündet haben. Die Polizei kam dem Kind über Videoaufzeichnungen von den Tatorten auf die Schliche, laut Ermittlern gab der 13-Jährige die Brandstiftungen zu. Der Junge wird vom Jugendamt Berlin betreut, war in einem Heim in Schleswig-Holstein untergebracht. Von dort büxte er aus und legte schließlich in Hamburg die beiden Feuer. Er war bereits zuvor durch solche Taten auffällig geworden.
Da das Kind nicht strafmündig ist, müssen sich die Geschädigten nun mit den Versicherungen rumschlagen. So wie Wilhelm Hartmann (77, Name geändert): Sein Auto stand zufällig auf dem Parkdeck bei Karstadt, wo vor zwei Wochen ein Ford C-Max völlig ausbrannte. Bei dem Brand wurde auch das Parkdeck teilweise zerstört, darauf stehende Fahrzeuge beschädigt. Doch wer zahlt dafür?
„Wir wurden an die Versicherung des Halters des Ford C-Max verwiesen. Unseren Wagen durften wir aber erst am nächsten Tag abholen“, erzählt Hartmann. Der Audi A4-Kombi des Ehepaars war durch den Rauch außen und innen stark verrußt. Wilhelm Hartmann ist Asthmatiker. Die Reinigungskosten belaufen sich auf 650 Euro – auf denen wird er wohl sitzen bleiben. Seine Vollkasko-Versicherung (VHV) will nicht zahlen, weil es sich „nicht um einen Schaden, sondern um eine Verunreinigung“ handelt, so Hartmann. Die Versicherung des Halters (HUK) des Ford C-Max zahle nicht bei Brandstiftung. Die Geschäftsleitung von Karstadt fühle sich nicht zuständig, da sie sich selbst als Opfer sehe.
Die Hartmanns haben nun einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Sie sehen nicht ein, dass Karstadt eventuell von der Versicherung entschädigt wird, die Kunden des Parkhauses aber leer ausgehen: „Hier hat der Gesetzgeber eine Lücke gelassen“, meint Hartmann.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.