Eimsbütteler Abrisspläne: Lofts statt Altbau

„Helle und großzügige Lofts, sonnige Penthouses“: So wird für den geplanten Neubau in der Eimsbütteler Chaussee 41-43 geworben. Das 125 Jahre alte Gebäude muss dafür fallen.

Bisher wurde der Abriss an der Eimsbütteler Chaussee noch nicht beantragt – gibt es noch eine Chance für das alte Gebäude?

Für die Firma Wernst Immobilien ist es beschlossene Sache: Der Altbau in der Eimsbütteler Chaussee 41-43 muss fallen. Der geplante Neubau wird im Internet bereits beworben: „Helle und großzügige Lofts, Maisonette-Wohnungen und sonnige Penthouses“ sollen entstehen. Statt der bisherigen Mietwohnungen in Eimsbüttel-Süd wird es dann 50 neue Eigentumswohnungen geben.
Quadratmeter-Preis laut Investor: etwa 4.500 Euro.
Genehmigt ist der Bau indes noch nicht: Bisher hat Wernst Immobilien lediglich einen Vorbescheidsantrag gestellt, im Prinzip eine grobe Bauanfrage an das Bezirksamt. Auch den Abriss des 125 Jahre alten Jugendstilhauses hat der Eigentümer noch nicht beantragt.
Interessant an dem Gerangel um das Haus: Für das Gebiet Eimsbüttel-Süd wird derzeit eine Art Schutzschirm vorbereitet, der massiven Abriss verhindern sowie den Trend zu Luxuswohnungen und teuren Eigentumswohnungen dämpfen soll. Alteingesessene Bewohner in dem Quartier nahe des Schanzenviertels sollen so vor Verdrängung geschützt werden. Der Fachbegriff: Soziale Erhaltungsverordnung.
Die Pläne von Wernst Immobilien sehen dabei auf den ersten Blick genau nach dem aus, was die Politik dort eigentlich verhindern will: Schöne Eigentumswohnungen als Wertanlage oder für den Eigenbedarf der neuen, vermutlich finanzkräftigen Bewohner. Eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 90 Quadratmetern kostet im Neubau schließlich etwa 405.000 Euro.
Kommt die Schutz-Verordnung zu spät für den Altbau? Ist ein Aufschub des geplanten Abrisses noch möglich? Das Bezirksamt verweist auf Anfrage des Elbe Wochenblatts darauf, dass die Frage des Aufschubs und andere Details in dem Verfahren geprüft würden.
Für den Besitzer gibt es hingegen keine Alternative zum Abriss. „Die Pfähle im Untergrund des Hauses sind morsch, der Bau ist daher auf lange Sicht nicht mehr standsicher“, sagt Stefan Henning, einer der Geschäftsführer von Wernst Immobilien. Dem Bezirksamt ist davon nichts bekannt, es sei aber auch nicht vorgesehen, das zu überprüfen.
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