Eimsbüttel tötet Maulwürfe – die einzige Lösung?

Er will nur in der Erde graben, damit stört er aber den Spielbetrieb auf Fußballplätzen. In Eimsbüttel wurden Maulwürfe deshalb getötet – Tierschützer sind empört. (Foto: Panthermedia)

Bezirksamt lässt Maulwürfe umbringen, weil sie unter Fußballplätzen graben – Tierschutzorganisaton erstattet Strafanzeige

Er tut nur, was er tun muss. Er buddelt. Gräbt Gänge in der Tiefe, wirft Erdhügel auf. Deshalb werden Maulwürfe in Eimsbüttel neuerdings getötet – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist da los?
Im Bezirk Eimsbüttel werden Maulwürfe ermordet, um Rasenplätze bespielbar zu halten. Das Problem sind die Erdhügel, die das Säugetier aufwirft. Laut Bezirksamt sind die Haufen und die kleinen Erdlöcher darunter zunehmend eine Gefahr für Fußballspieler. Über die Winterpause hat der Maulwurf auf drei Plätzen fleißig gegraben – am Sachsenweg (Niendorf), an der Hagenbeckstraße (Stellingen) und am Steinwiesenweg (Eidelstedt).

Was wird getan?

Das Bezirksamt greift zu einer drastischen Lösung: Der Maulwurf wird mit Kohlenmonoxid getötet – also in der Erde vergast.

Gibt es keine Alternativen, um ihn zu vertreiben?
Doch, aber die würden laut Bezirksamt zu lange dauern. Denn bereits jetzt seien die Plätez „stark beschädigt“, der Spielbetrieb eingeschränkt und die Gesundheit der Spieler gefährdet.

Was wurde gemacht?
Am Sachsenweg in Niendorf wurde bereits Anfang März Gas in den Boden geleitet, um den Maulwurf zu töten. Ob das auch in Eidelstedt und Stellingen passiert ist oder noch passieren wird, kann oder will das Bezirksamt derzeit nicht sagen.

Was sagen Tierschützer?
Es gab heftige Kritik. Heinz Peper, Biologe beim Naturschutzbund (Nabu), hält das Vorgehen für nicht verhältnismäßig: „Es ist überhaupt keine Alternative ausprobiert worden“, kritisiert der Experte. Dabei gebe es mehrere: Vertreibung mit Ultraschall, Gerüchen oder Lebendfallen. Die Organisation Peta erstattete Strafanzeige gegen die Behörden. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Maulwürfe stehen unter Schutz, es wurde in Eimsbüttel aber eine Sondererlaubnis zum Töten gegeben.
Die Tierschützer von Peta fordern, dass zukünftig alle Möglichkeiten, Maulwürfe auf herkömmliche Art zu vertreiben, ausprobiert werden. "Das Vorgehen der behördlichen Entscheidungsträger und die Rücksichtslosigkeit des Vereins sind aus Sicht des Tier- und Naturschutzes untragbar", sagt Vanessa Reithinger, Fachreferentin bei Peta. "Fairness ist die Regel Nummer Eins des Fußballs – auf und neben dem Platz. Wehrlose Maulwürfe zu töten, nur weil sie ihre Gänge unter dem ,falschen' Stück Rasen gegraben haben, ist extrem unsportlich und muss geahndet werden", so die Tierschützerin.

Alternativen zum Töten
Laut Biologe Heinz Peper (Nabu) gibt es mindestens drei Methoden, um den Maulwurf loszuwerden.
1. Lärm: Das geräuschem-pfindliche Tier kann mit Ultraschallgeräten vertrieben werden. Auch das Trampeln von Fußballmannschaften mag der Buddler nicht.
2. Gerüche: Der Maulwurf hat eine empfindliche Nase, träufelt man die heftig stinkende Buttersäure in die Gänge, haut er ab, so Peper.
3. Lebendfallen: Das Tier kann auch eingefangen und auf eine andere Wiese weitab des Platzes gebracht werden.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!
Maulwürfe töten, damit Fußballer spielen können – geht das zu weit? Oder ist das angemessen? Hat das Bezirksamt vorschnell gehandelt?
Schreiben Sie hier auf der Homepage einen Kommentar oder schicken Sie uns eine E-Mail!
post@wochenblatt-redaktion.de
Betreff: Maulwurf
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.