Eimsbüttel steht hinter ihm - das Bezirksamt nicht

Andreas Böhle setzt sich für ein grünes Eimsbüttel ein und kämpft gegen das rüde Handeln des Bezirksamts. Ein kleines Beet an dieser Grünfläche wurde jüngst geräumt, Böhle protestiert. Mehr als 1.400 Bürger unterstützen ihn. Am Montag übergab der Eimsbütteler Unterschiftenlisten an die Bezirkspolitiker.
Hamburg: Heußweg / Wiesenstraße |

Beetrebell Andreas Böhle übergibt mehr als 1.400 Unterschriften an die Bezirkspolitik – Stimmen zum Streit

Ein dicker Stapel mit Unterschiftenlisten, verziert mit einer roten Schleife: Andreas Böhle hat ein Geschenk an Eimsbüttels Parteien. Der ehrenamtliche Gärtner protestiert gegen das rüde Handeln des Bezirksamts. Anfang August wurde ohne Vorwarnung und Information eines seiner Beete an der Grünfläche Heußweg/ Wiesenstraße geräumt. Böhle kümmert sich seit drei Jahren in seiner Freizeit um die Fläche – zur Freude zahlreicher Eimsbütteler. Mehr als 1.400 Bürger unterstützen seinen Protest gegen das Bezirksamt.
Die Behörde argumentiert hingegen, dass das einen Quadratmeter große Beet zu einer Straßenverkehrsfläche gehöre und für die benachbarte Leihradstation gebraucht werde. Böhle, der die Ecke seit Jahren kennt, hat das akribisch widerlegt. Im Kern geht es bei dem Streit darum, wer über Flächen im Stadtteil bestimmen darf. Und: Müssen Bürger für ihr grünes Engagement immer eine Genehmigung einholen? Das Elbe Wochenblatt hörte sich bei Parteien um, was sie von dem Vorfall halten.
Lob bekommt Böhle im Prinzip von allen Seiten. Sein ehrenamtliches Engagement wird geschätzt, er und andere Stadtteilgärtner sollen dabei unterstützt werden – so der Tenor. „Anstelle einer Politik des Plattmachens sollte das Bezirksamt solche Initiativen loben und unterstützen“, sagt zum Beispiel Hartmut Obens (Linke).
„Das Amt sollte zwei Wochen vor eventuellen Maßnahmen Hinweisschilder anbringen, um Stadtteilgärtnern die Möglichkeit zu geben, die Pflanzen zu sichern“, schlägt Phillip Heißner (CDU) vor.
„Wir begrüßen das Engagement von Bürgern bei der Grünpflege wie zum Beispiel bei Grün- und Parkpatenschaften. Klar ist aber auch, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet sein muss. Vor intensiveren Maßnahmen ist es daher sinnvoll, sich mit dem Bezirksamt abzustimmen. Dann treten auch keine Probleme auf“, sagt Gabor Gottlieb (SPD).
„Wir sehen nicht, dass die umstrittene Fläche eine erkennbare Straßenverkehrsfläche ist“, so Volker Bulla (Grüne). Er fordert mehr Flexibilität, Fingerspitzengefühl und Verbindlichkeit vom Bezirksamt. „Derzeit sehen die Patenschaftsvereinbarungen eine tägliche Kündigungsfrist vor. Das ist zu kurz. Wer sich ehrenamtlich engagiert, muss sich auf das Bezirksamt verlassen können.“

Patenschaften


Um verwilderte Grünstreifen zu verschönern, können Bürger Patenschaften übernehmen. Diese sollten beim Bezirksamt (Abteilung Stadtgrün) angemeldet werden. Mit ehrenamtlichem Engagement außerhalb dieser Patenschaften hat das Bezirksamt offenbar Probleme: Immer wieder kommt es zu Räumungen wie jüngst an der Wiesenstraße.
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