„Eimsbüttel ist meine Perle“

In Cornwall geboren, seit mehr als 25 Jahren in Eimsbüttel zuhause: Malerin Andy Godfrey. (Foto: Gillian Godfrey)

Vorgestellt: Künstlerin Andy Godfrey, die erst spät mit Malen anfing

Jenifer Calvi, Eimsbüttel

Andy Godfrey (73) stammt aus Cornwall (England). Aufgewachsen in einem kleinen Ort, in Gorran Haven, der ungefähr so malerisch ausschaut, wie die Landschaft in einem Rosamunde-Pilcher-Film, hat sie Meere, Häfen, Sonne und stürmische Winde fest in ihr Herz geschlossen. Und das ist wohl der Grund, warum die Malerin in Hamburg gelandet ist – vor über 25 Jahren in Eimsbüttel.
„Eimsbüttel ist meine Perle. Im Viertel habe ich alles, was ich brauche“, sagt Andy Godfrey. „In der Nachbarschaft halten wir zusammen, und manchmal ist es wie in einem Dorf. Gleichzeitig ist die City so nah. Jeder hat hier seinen Platz: Senioren, Familien, Künstler, Schauspieler, Ärzte, Handwerker, Verkäufer – ich hatte von Anfang an das Gefühl, genau hier zu Hause zu sein.“
Hergekommen ist sie 1989. Und wohnte erst einmal in der Jugendherberge am Hafen. Fuhr dann nach Berlin weiter, um dort für einen australischen Radiosender die damals sehr bekannte Feministin und Schriftstellerin Frigga Haug zu interviewen. „Ich wohnte mal hier in einer WG, mal dort“, erzählt Andy Godfrey weiter. „1991 ging ich dann in Hamburg auf eine Party und traf jemanden, der wiederum jemanden kannte, der einen Mieter für seine Wohnung in Eimsbüttel suchte. Tja: In dieser Wohnung wohne ich noch heute.“
Andy, die als junge Frau in London eine Ausbildung zur Grafikdesignerin absolviert hatte, verdiente ihr Geld in der Hansestadt als Sprachlehrerin an der Berlitz-School am Hauptbahnhof. „Ich malte zu dieser Zeit nicht, verschwendete auch keinen Gedanken daran“, erinnert sie. Bis plötzlich dieser eine entscheidende Tag kam: der Ostersonntag 2001. Mit leuchtend blauem Himmel und vielen Knospen an Blumen und Bäumen. Sie erzählt: „Ich ging die Lappenbergsallee entlang und sah auf einmal einen wunderschönen Kirschbaum. Er blühte bereits prächtig in zartrosa. Ich skizzierte seine Umrisse auf
Packpapier und ging gleich am Dienstag nach den Feiertagen los, um Pastellkreide zu kaufen. Dieser Kirschbaum hat in mir die Leidenschaft zur Malerei, die schon immer in mir steckte, entfacht. Es war, als hätte ich einen alten Freund wiedergetroffen, der mich inspirierte.“
Seitdem malt Andy Godfrey Eimsbütteler Bäume und Eimsbütteler Ecken und Szenen, die sie nicht mehr loslassen: „Bäume berühren mich zutiefst. Aber auch, wenn ich mal Häuser oder Hof-Ecken male – Natur habe ich immer auf meinen Bildern.“

Ausstellung
Noch bis zum 28. Februar läuft die Bilderausstellung „Heilige Orte des Herzens“ von Andy Godfrey in der Galerie Tornberg, Tornberg 22.
Interessierte können Drucke ihrer Bilder erwerben. Im Frühjahr bringt Godfrey einen Gedichtband heraus.
E-Mail: andygodfrey@gmx.de
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