Eimsbüttel: Immer weniger Sozialwohnungen

In der Lenzsiedlung in Lokstedt gelten noch günstige Mieten von etwa 5,30 kalt pro Quadratmeter – doch bis 2016 verlieren die meisten der Wohnungen diese günstigen Konditionen.

Bei Hunderten Wohnungen laufen die günstigen Mieten aus – es sind kaum Neubauten in Sicht

Noch sind Hunderte Haushalte in Eimsbüttel vor hohen Mieten geschützt: Bei Sozialwohnungen sind günstige Mieten auf Jahrzehnte festgeschrieben, doch diese Verpflichtungen fallen nach und nach weg – das Elbe Wochenblat gibt den Überblick.

Um wie viele Wohnungen geht es?
Derzeit gibt es in Eimsbüttel, Stellingen und Lokstedt insgesamt noch etwa 1.920 Sozialwohnungen, die vorrangig an Langzeitarbeitslose, Geringverdiener oder Sozialhilfeempfänger vergeben werden. Beim städtischen Vermieter Saga/GWG werden zum Beispiel in der Lenzsiedlung in Lokstedt etwa 5,30 Kaltmiete pro Quadratmeter fällig.

Was passiert mit den Wohnungen?
Laut Stadtentwicklungsbehörde BSU laufen in den kommenden Jahren bei Hunderten von Wohnungen allein in Lokstedt diese sogenannten Mietpreisbindungen aus: Ende 2016 bei 860 Wohnungen, 2017 bei weiteren 109 Wohnungen (Saga/GWG). Insgesamt verlieren bis 2017 etwa 990 Einheiten in Lokstedt die günstigen Konditionen – das sind knapp 85 Prozent des Bestands an Sozialwohnungen in diesem Stadtteil. In Eimsbüttel fallen bis 2020 bei etwa 240 Wohnungen die Mietpreisbindungen weg – knapp 40 Prozent des Bestands.

Steigen die Mieten?

Unklar. Saga/GWG zum Beispiel hat sich für die Lenzsiedlung noch nicht festgelegt. Sprecher Michael Ahrens: „Wir werden bei dieser Großwohnsiedlung sehr intensiv hinschauen und hier grundsätzlich sehr vorsichtig mit Anpassungen umgehen.“ Bei privaten Vermietern ist eher damit zu rechnen, dass die Mieten steigen. Laut BSU ist eine Mieterhöhung von maximal 15 Prozent in drei Jahren zulässig.

Werden neue günstige Wohnungen gebaut?

Kaum. Im Bezirk Eimsbüttel sind 2012 insgesamt 1.223 Wohnungen genehmigt worden, darunter waren lediglich 105 günstige geförderte Einheiten (etwa neun Prozent). 2013 wurden 1.313 Wohneinheiten genehmigt – darunter 109 Sozialwohnungen (etwa acht Prozent).

Mieterverein warnt vor Verdrängung


Eimsbüttel liegt damit weit unter den Vorgaben: Hamburgs SPD-Senat hatte sich vor drei Jahren zum Ziel gesetzt, bei etwa 30 Prozent der neuen Einheiten günstige Wohnungen zu genehmigen.
Siegmund Chychla vom Mieterverein zu Hamburg fordert: „Es muss auch in begehrten Vierteln günstiger Wohnraum erhalten und neu geschaffen werden, sonst drängen Bewohner, die sich dort ihre Wohnung nicht mehr leisten können, in die noch günstigen Randstadtteile.“
Weiteres Problem: Laut Mieterverein zu Hamburg sind bei Neubauten die günstigen Mieten in der Regel nur auf 15 Jahre festgeschrieben, vor ein paar Jahren galten diese Mietgrenzen noch für 30 bis 40 Jahre.


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Betreff: Sozialwohnungen Eimsbüttel
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1 Kommentar
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 09.04.2014 | 10:15  
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