Durchboxen zum Abschluss

Arbeiten und lernen für den Abschluss, aber ein bisschen Ausgleichssport muss sein: Gülcan (17, l.) und Duygu (15) nehmen am Boxunterricht teil, der als freiwilliges Zusatzangebot an der Produktionsschule in der Lenzsiedlung im Programm ist. (Foto: cvs)

In der Lenzsiedlung startete eine Produktionsschule neu – doch die Finanzierung ist nur bis zum Sommer gesichert

Von Christopher von Savigny, Lokstedt – Ihren Gästen servieren sie auserlesene Gerichte wie Königsberger Klopse, Möhren-Koriander-Quiche und Apfelbaignets mit Vanillesoße: In der Küche des Café Veronika in der Lenzsiedlung (Julius-Vosseler-Straße 193) lernen Jugendliche seit einigen Monaten die große Kunst des Kochens kennen. Möglich gemacht haben das Projekt der Bezirk Eimsbüttel, die Schulbehörde und der Beschäftigungsträger Alraune, die gemeinsam die im vorigen Sommer geschlossene Produktionsschule Eimsbüttel wieder zum Leben erweckt haben. Zurzeit wird die Einrichtung von 33 Schülern besucht. Neben Kochen kann man auch Servieren lernen oder sich handwerklich fortbilden lassen.
Das Angebot wendet sich an junge Leute im Alter von 15 bis 17 Jahren, die die Schule geschmissen haben oder die sich nach dem Hauptschulabschluss zunächst orientieren wollen: „Die Arbeit macht mir viel Spaß, weil ich gerne mit Menschen zu tun habe“, berichtet Paulo (16), der zuletzt die 10. Klasse der Gewerbeschule H3 besucht hat. Im Café Veronika nimmt Paulo Bestellungen auf und bringt das Essen an den Tisch. „Ich könnte mir vorstellen, beruflich in diese Richtung zu gehen“, sagt er.
In der Küche schnippelt seine Mitschülerin Demet (16) derweil Zwiebeln klein und rührt Pfannkuchenteig an. Auch zu Hause hat sie bereits Proben ihres Könnens gezeigt – es gab Gemüseeintopf und Mandarinenkuchen. „Meine Familie war total begeistert“, erzählt Demet, die später mal Sozialpädagogin werden will.
Ein normaler Unterrichtstag an der Produktionsschule dauert sieben Stunden. An zwei Tagen in der Woche werden die Schüler zusätzlich in Mathe, Deutsch und Englisch unterrichtet – Ziel ist nach einem Jahr der Hauptschulabschluss. Das Café bietet täglich drei Mahlzeiten an: Frühstück, Mittagessen und Kaffeetrinken. 150 Mittag-essen zu Preisen von weniger als vier Euro gehen täglich über die Theke. „Ein tolles Ergebnis“, freut sich Petra Lafferentz (Alraune gGmbH). „Wir haben eine Supertruppe, die sich von morgens bis abends engagiert!“ Die Finanzierung der Produktionsschule ist vorerst nur bis zum Sommer gesichert.
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