Droht der Einheitsbrei an der Osterstraße?

Bis Mitte 2017 wird die Osterstraße umgebaut, die Linksfraktion befürchtet steigende Mieten und die Verdrängung kleiner Geschäfte.
Hamburg: Osterstraße |

Diskussion um die Einkaufsmeile – Linke will Wandel erfassen und Ladenvielfalt schützen

Derzeit prägen Absperrungen, Bagger und Bauarbeiter das Bild an der Osterstraße. Bis Mitte nächsten Jahres soll es durchgängig Radstreifen auf der Straße, breite Gehwege, große Freiflächen, Bänke und viele Fahrradbügel geben. Die Einkaufsmeile wird einladender. Jochen Hanisch und die Eimsbütteler Linksfraktion befürchten, dass es vor allem eine Einladung zu Mieterhöhungen für Geschäfte werden könnte. „Der Umbau wird sich massiv auf die Mieten auswirken“, glaubt Hartmut Obens, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion.

Trend zu Filialisten und Außengastronomie

Planungsexperte Hanisch hat die Osterstraße schon länger beobachtet und ein paar Trends ausgemacht. „Mit Filialisten wie Drogeriemärkten, Banken, großen Supermärkten und immer mehr Außengastronomie gibt es Anzeichen für Veränderungen“, so Hanisch. Bisher sei die Osterstraße positiv geprägt durch die Vielfalt an kleinen, inhabergeführten Geschäften. Die könnte mehr und mehr verloren gehen, falls Eigentümer an der aufgehübschten Straße Mieten erhöhen und sich fast nur noch große Ketten die gestiegenen Preise
leisten können. Hanisch sieht in der gesamten Planung der Straße die „Vision einer kleinbürgerlichen Partymeile“ erkennbar.
Hanisch und andere Mitglieder der Linken wollen zukünftig alle sechs Monate etwa 500 Adressen an der gesamten Osterstraße und der Müggenkampstraße abklappern und nachschauen, ob sich etwas verändert hat. Ob kleine Geschäfte großen gewichen sind. Ob Wohnungen in Praxen oder Gewerberäume umgewandelt wurden. Ob Läden mehr und mehr Tische rausstellen, um dort Umsatz zu machen. Auch Mieten sollen miterhoben werden. Keine leichte Sache, denn darüber reden Geschäftsleute gewöhnlich gar nicht gern.
Ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte, lieferte das Schanzenviertel. Vor vier Jahren gab es großen Streit, als Gastronomen so viel Platz wie möglich für Tische und Stühle auf Gehwegen haben wollten, der Bezirk Altona schrieb damals sogar Korridore für Fußgänger vor. Auf der Piazza am Schulterblatt drängeln sich bei gutem Wetter hunderte Kaffee- und Biertrinker. Nicht allen Anwohnern passt das.

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Was zeichnet die Osterstraße aus? Müssen kleine Läden vor Verdrängung
geschützt werden? Oder ist es okay, wenn es mehr Filialen großer Konzerne gibt? Was fehlt?
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