Dreister Paketklau mit gefälschter Vollmacht

Betrug mit gefälschter Vollmacht: In Eimsbüttel hat sich ein Unbekannter so ein Paket ergaunert. (Foto: Claudia Hautumm / pixelio.de)

Unbekannter erbeutete in einem Mehrfamilienhaus in Eimsbüttel eine Sendung

Holger Gustow (Name geändert) nimmt häufig Pakete für die Nachbarn an, wenn diese nicht zu Hause sind. Der Bote heftet bei den Empfängern eine Notiz an die Tür, wo sie ihre Sendung abholen können. Gängige Praxis in vielen Häusern in Hamburg. Doch neulich ging da irgendwas schief in der Tornquiststraße.
Gustow hatte für eine Familie ein Paket angenommen, der Bote hinterließ wie gewohnt eine Nachricht. „Ein paar Tage später klingelte ein uns unbekannter Herr und bat uns, ihm das Paket zu geben. Er sei mit der Familie befreundet“, so der Eimsbütteler. Der Abholer zeigte Gustow eine Vollmacht und einen Personalausweis. „Daher sahen wir keinen Grund, ihm das Paket nicht zu geben.“
Als die Familie aus dem Urlaub zurück war, klingelte der eigentliche Empfänger und wollte sein Paket abholen. „Da hatten wir ein Problem“, sagt Gustow. Offenbar hat ein
Trickdieb die Vollmacht gefälscht und sich so das Paket ergaunert.
Bei Post, Polizei und Verbraucherzentrale hat man von dieser speziellen Masche noch nichts gehört. „Das ist einzigartig und klingt nach einer neuen Form von krimineller Energie“, so Post-Sprecher Jens-Uwe Hogart.
Detlef Kapischke von der Kriminalpolizei in Eimsbüttel sind etliche andere Fälle von Betrug mit Paketen bekannt. Dabei gehen Täter aber in der Regel so vor: Sie bestellen unter fingierten Adressen Ware, lassen diese Pakete dann bei Geschäften oder Bäckereien abgeben. Dort holen sie die Sendungen mit gefälschten Dokumenten ab. Dass direkt in einem Wohnhaus so ein Paket abhanden kommt, klingt für den Experten recht seltsam.
Wer haftet nun für den Schaden? „Herrn Gustow kann man keinen Vorwurf machen“, so Kapischke. Er habe korrekt gehandelt. „Die Betroffenen sollten sich an die örtliche Polizei wenden, um das aufzuklären“, rät Kapischke.
Die geprellte Familie hat allerdings keine Anzeige erstattet. Teure Sachen waren in dem Paket wohl nicht drin.
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