Drei Lebensläufe – 303 Jahre!

Fünf Generationen Familiengeschichte: Ella Manshardt feierte ihren 103. Geburtstag im Kreise ihrer Familie. (Foto: fh)

Ella Manshardt, Wilhelm Colberg und Hans Weymar aus Eimsbüttel feierten am 18. August Geburtstag

Frauke Heiderhoff/Carsten Vitt – Das gibt es selten: Drei Eimsbütteler werden an einem Tag 100 Jahre oder sogar älter! Das Wochenblatt stellt die Geburtstagskinder des 18. August vor:

Ella Manshardt (103)
"Fest gemauert in der Erden/Steht die Form, aus Lehm gebrannt/Heute muss die Glocke werden. Frisch Gesellen, seid zur Hand.“ Mit klarer Stimme zitiert Ella Manshardt (103) die Zeilen von Schillers „Lied von der Glocke“. Das Auswendiglernen von Gedichten fällt der Lokstedterin noch im hohen Alter leicht. Zwei Kinder, fünf Enkel, elf Urenkel und ein Ururenkel gehören zur Familie der Seniorin. Ihren Mann verlor sie bereits im Zweiten Weltkrieg.
Fast die gesamte Familie kam zu ihrem 103. Geburtstag in die Lokstedter Seniorenresidenz Pro Seniore. Kutschen, Kaffeemaschinen und alte Fordmodelle – Ella Manshardt erinnert sich an alles. Besonders gerne denkt sie an Reisen nach Barbados und die Geburtstagsfeiern in ihrem Schrebergarten zurück. Ihr Rezept für ein hohes Alter? „Viel arbeiten, viel schlafen und ab und zu mal einen kleinen Cognac.“

Wilhelm Colberg (100)
Er arbeitete als Autoschlosser, Fluglehrer, Schauermann im Hamburger Hafen und als Angestellter beim Axel Springer Verlag. Während des Zweiten Weltkrieges überlebte er zwei Flugzeugabstürze. Jetzt hat Wilhelm Colberg im Kreis von Kindern, Enkeln und Urenkeln seinen 100. Geburtstag gefeiert. Sein Geheimrezept für ein langes Leben? „Ich bin immer viel draußen gewesen und habe mich viel bewegt“, so der 100-Jährige. So spielte er „häufig und gerne“ Tennis und Fußball und entspannte sich in seinem Lokstedter Schrebergarten. Mit seiner verstorbenen Gattin Helga hat er zahlreiche Reisen unternommen. Von seiner Familie wird er in der Seniorenanlage am Wehbers Park mindestens einmal in der Woche besucht. Wilhelm Colberg wurde als sechstes von sieben Kindern in Konitz (Westpreußen) geboren. Heute gehören zu seiner Familie zwei Kinder, vier Enkel und drei Urenkel.

Hans Weymar (100)
Als Architekt versteht Hans-Hermann Weymar was vom Bauen. Als Leichtathlet und Fußballer kennt er sich im Sport aus. Beim Eimsbütteler Turnverband (ETV)brachte der Hamburger beides zusammen. Weymar ist seit 90 Jahren ETV-Mitglied.
Er begann 1922 als Leichtathlet, später spielte er Tennis und Fußball. Weymar lernte die großen Eimsbütteler Nationalspieler der 30er Jahre kennen und war unter anderen mit Otto Rohwedder, Hans Rohde, Herbert Panse und den Manja-Brüdern eng befreundet. Im Zweiten Weltkrieg wurden die ETV-Sportstätten an der Bundesstraße und am Lokstedter Steindamm von Bomben getroffen. Weymar half als Architekt beim Wiederaufbau mit. „Wir arbeiten und trainieren heute zu einem guten Teil auf den Fundamenten, die er gelegt hat“, so ETV-Chef Frank Fechner. Hans-Hermann Weymar wurde am 18. August 100 Jahre alt.
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