Doch eine Chance für den Tauschtisch!

Ist er gefährlich? Politisch gibt es eine hitzige Diskussion um den beliebten Tauschtisch. Er soll nun „legalisiert“ werden. (Foto: pr)

Kompromiss in Sicht – Anwohner wollen Genehmigung beantragen

Der von vielen Eimsbüttelern so geschätzte Tauschtisch kann wahrscheinlich bleiben. Es ist ein Kompromiss in Sicht. Zwar hat sich Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) keinen Millimeter auf die Anwohner zubewegt. Aber die Gruppe von Anwohnern geht dafür auf das Bezirksamt zu und erfüllt eine wichtige Forderung: Irgendjemand muss einen Antrag stellen, damit das kleine Möbelstück im öffentlichen Raum stehen bleiben kann.
Diskussion des heißen Tisch-Themas im Hauptausschuss der Bezirksversammlung: Sevecke erklärte anhand des Hamburger Wegegesetzes, dass der Tisch an sich illegal sei. Und dass das Amt das nicht dulden werde, sofern sich niemand bereit erklärt, dafür offiziell eine „Haftung“ zu übernehmen. Im Kern geht es darum, dass irgendetwas rund um das kleine Möbelstück passieren, gar Schäden entstehen könnten. Was das genau sein könnte, erklärte Sevecke zwar nicht. Aber sei's drum: Die Stadt muss sich offenbar absichern, dass von dem Tisch keine „Gefahr“ ausgeht. Dafür braucht sie: einen Antragsteller.

Kein Wildwest, stattdessen eine Haftpflichtversicherung

Bis zuletzt zögerten die Anwohner wiederum, sich verantwortlich zu erklären. Denn: Was ist, wenn doch mal etwas passiert? Wer zahlt dann? Peter Gutzeit! Beziehungsweise eine Versicherung, die er spendiert. Der Lokalpolitiker der Linken erklärte sich nach langwieriger Diskussion kurzerhand dazu bereit, für zwei Jahre eine Haftpflichtversicherung für den Tisch abzuschließen.
Eigentlich wollte er per Antrag in der Bezirksversammlung erreichen, dass das die Stadt selbst übernimmt, also die soziale Anwohner-Initiative unterstützt wird. Diese Forderung hatte aber keine Chance gegen die Vertreter der anderen Parteien. Beispielhaft der Kommentar von Niels Böttcher (CDU): „Wir können doch nicht Wildwest machen, weil das alle jetzt so gut finden.“ Nein, kein Wildwest, dafür eine Versicherung.
Gutzeit zahlt, die Anwohner wollen nun einen Antrag stellen, um den Tisch behalten zu können. Dann muss nur noch das Amt entscheiden. Geht doch, wenn auch ein bisschen umständlich.
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