Die Wildwest-Methoden eines Vermieters

Hohe Weide 58-70: Holzpfosten sind im Garten schon gesetzt worden, verläuft hier entlang der Zaun? Foto:cv

Immobilienunternehmen Wekab will Garten neu aufteilen – Bewohner wehren sich

Pfähle mit neongrünen Farbklecksen sind in den Boden gerammt worden. Soll hier entlang ein Zaun im Garten verlaufen? Mieter an der Hohen Weide befürchten das – und wehren sich dagegen. Bisher konnten die Bewohner dieses Grün gemeinsam nutzen. Doch damit ist es vielleicht bald vorbei.
Mit Unterschriftenlisten zogen die Anwohnerinnen Christina Sommer und Petra Burmester durch die Treppenhäuser der Nummern 58 bis 70. 86 betroffene Mietparteien gibt es ihnen zufolge – „alle haben gegen den Zaun unterschrieben“, sagt Sommer. Vereint gegen die Wekab, ihren Vermieter, dem aber offenbar niemand freundlich gesonnen ist. Nicht ohne Grund.
Uwe Volmer wohnt bereits seit 35 Jahren in der Hohen Weide. Früher gehörte das markante Klinker-Ensemble der Allianz. „Da war alles in Ordnung“, erzählt der 71-Jährige. Doch 2006 übernahm das Immobilienunternehmen Wekab die Häuser. Seitdem gibts immer wieder Ärger. Volmer selbst stritt sich mit dem Vermieter vor Gericht. Die Wekab habe die Miete erhöhen wollen für Arbeiten an der Heizung, die er selbst bezahlt hatte. Volmer bekam Recht. Wie er stritten oder streiten sich etliche Bewohner mit dem Eigentümer des Blocks, der sich an der U-Bahntrasse entlangzieht.
Und nun die Zaunpläne. „Wir als Mieter haben von der Wekab nichts erfahren“, klagt Sommer. Einen Hinweis gab es erst vom benachbarten Kleingartenverein, der als Anrainer über die Pläne informiert wurde. Etliche Mieter haben auch eine Laube an den Gleisen. Daran grenzt der Garten der Mietshäuser.
In einem Nachbarbau, der ebenfalls der Wekab gehört, wurde vor etwa zwei Jahren der Gemeinschaftsgarten parzelliert, eingezäunt und stehe nun nur den Bewohnern der Parterre-Wohnungen zur Verfügung. Das vermutete Kalkül dahinter: Die Wohnungen sollten teuer neu vermietet werden – mit exklusiver Gartennutzung. „Wir wollen, dass das hier eine Wiese für alle bleibt“, so Sommer.
Laut Bezirksamt Eimsbüttel liegt für einen Zaun kein Bauantrag vor. Die Wekab selbst reagierte nicht auf Anfragen des Elbe Wochenblatts.

Das sagt der Mieterverein:
Einfach so ohne Ankündigung den Garten neu aufteilen – geht nicht! Das sagt der Mieterverein auf Anfrage des Elbe Wochenblatts. Laut Siegmund Chychla muss ein Vermieter die Nutzung eines Gartens zumindest widerrufen oder gar kündigen. Doch selbst dann gehe das nicht in allen Fällen. „Wenn die Mieter sich weigern, muss der Vermieter das gerichtlich klären lassen“, so der Fachmann vom Mieterverein zu Hamburg.
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