Die Uni bröckelt vor sich hin

AStA-Sprecher Vincent Orth vor der mineralogischen Fakultät in der Grindelallee: Die Fenster sind verzogen, teilweise regnet es hinein. (Foto: cvs)

Marode Gebäude und Schutzzäune gegen Steinschlag: Wo dringend saniert werden muss

Christopher von Savigny, Eimsbüttel

Undichte Fenster, bröckelnde Fassaden: Viele Gebäude der Universität sind ziemlich kaputt. Ortstermin in der Theologischen Fakultät in der Sedanstraße: Große Löcher weist die Wand des 1971 gebauten Gebäudes auf. Ein Bretterverschlag, der praktischerweise gleich als Fahrradunterstand dient, soll Passanten vor herabstürzenden Teilen schützen. Die Holzkonstruktion verdunkelt den Innenhof so stark, dass man allenfalls von Dämmerlicht sprechen kann.
„Die Bretter waren schon da, als ich angefangen habe zu studieren“, sagt eine rauchende Studentin, die sich offenbar an die Unwirtlichkeit ihres „Pausenhofs“ gewöhnt hat. Kaum zu glauben: Nach Auskunft der Uni-Pressestelle wurde das Schutzdach bereits im Jahr 2002 eingezogen.
Nicht nur die Theologie brö-ckelt seit Jahren vor sich hin – auch bei vielen anderen Gebäuden herrscht akuter Sanierungsstau. Betroffen sind vor allem die Zoologie am Martin-Luther-King-Platz (bröselnder Beton, lecke Wasserleitungen), der WiWi-Bunker am Von-Melle-Park (undichte, zugige Fenster) und die Mineralogie an der Grindelallee (Feuchtigkeit und verzogene Fenster, durch die es hineinregnet).
Internen Schätzungen zufolge müssen sogar rund 60 Prozent der Unibauten dringend repariert werden. „Dass die Sanierungen bitter nötig sind, zeigt sich an vielen Stellen“, sagt Vincent Orth vom Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AstA).
Nach monatelangem Streit um die Zukunft der Universität Hamburg hat jetzt die Wissenschaftsbehörde (BWF) ein rund 440 Millionen Euro schweres Sanierungskonzept vorgelegt. Kritiker bemängeln allerdings, dass ein Großteil des Geldes in Prestige-Vorhaben fließt, die kaum etwas mit den aktuellen Schäden zu tun haben (wie etwa der Bau des MIN-Forums in der Bundesstraße) oder die fernab des Eimsbütteler Campus' liegen (DESY-Forschungslabor in Lurup).
Instand gesetzt werden immerhin die Fassade der Zoologie (Baubeginn 2015) und der ebenfalls marode Philosophenturm (ab 2017). Die Theologie muss jedoch weiterhin mit ihrem Bretterverschlag zurechtkommen. Nach Auskunft von BWF-Sprecher Alexander von Vogel sollen die Religionswissenschaftler auf Dauer in ein komplett neues Gebäude umziehen.
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