Die Tapferen vom Möbelkeller

Das Team des Möbelkellers sucht Mitstreiter: Marcus Gössler, Yvonne Berendonk, André Jünke, Bernd Schmitt und Torsten Herold (v.l.). (Foto: rs)
 
Im Möbelkeller im Gewerbehof Waterloohain gibt es eine große Auswahl fürs kleine Portemonnaie. (Foto: rs)
Hamburg: Möbelkeller Eimsbüttel |

Team arbeitet seit Januar ehrenamtlich – Betreiber kämpft um regulär bezahlte Jobs

Reinhard Schwarz, Eimsbüttel
Sie arbeiten seit mehr als sechs Monaten ohne Gehalt. Ihre Stellen gibt es seit Ende 2014 nicht mehr. Doch das verbliebene Team des Möbelkellers Eimsbüttel macht weiter – ehrenamtlich. Weil sie ihre Arbeit mögen und den Laden am Laufen halten wollen. Für andere, die wenig Geld haben.
Das kleine Kaufhaus des Vereins Mook Wat im Tiefparterre im Doormannsweg 43 bietet gebrauchte Möbel für Menschen mit geringem Einkommen, einer winzigen Rente oder für Hartz-IV-Empfänger. Gut erhaltene Sofas, Schränke, Regale, Betten und Haushaltsaccessoires gibt es hier, geschmackvoll arrangiert. Kein Ramsch.

Team arbeitet gratis, Einnahmen tragen die Miete


Das Ringen um bezahlte Stellen zieht sich schon über Jahre hin (das Wochenblatt berichtete). Im Herbst 2014 zog der Möbelkeller in neue Räume im Gewerbehof Waterloohain, bald danach lief die Förderung für die Arbeitsplätze aus.
Nun geht den verbliebenen fünf Aktiven langsam die Puste aus – sie suchen Mitstreiter. „Wir brauchen mehr Leute, damit wir die Möbel, die uns angeboten werden, auch abholen können“, sagt André Jünke. „Fünf Leute sind zuwenig, um den Betrieb acht Stunden lang aufrechtzuerhalten.“
Das Team arbeitet gewissermaßen gratis. Die Miete finanziert sich über den Möbelverkauf. „Wir bräuchten mindes-tens noch einen zweiten Fahrer und Menschen, die auch anpacken können“, formuliert Jünke die Wünsche des Teams. Helfer sollten körperlich gesund sein. An Möbelspenden mangele es derzeit nicht, sagt Yvonne Berendonk, die seit 2010 in dem Projekt arbeitet. „Wir holen die Schränke und Regale aus privaten Haushalten und demontieren sie auch vor Ort.“
Derzeit laufen Verhandlungen mit dem Bezirksamt Eimsbüttel, um wieder eine Förderung mit öffentlichen Mitteln zu erhalten. Das Ziel: Die derzeit ehrenamtliche Tätigkeit soll wieder in eine regulär bezahlte umgewandelt werden. „Wir haben im Sozialausschuss des Bezirks unser Projekt präsentiert“, so Jünke. „Der Prozess läuft.“ Die Resonanz sei positiv gewesen. Auch mit der Sozialbehörde habe es Gespräche gegeben. Herausgekommen ist dabei bisher noch nichts.

Immer wieder in Turbulenzen

Den Möbelkeller des Vereins Mook Wat gibt es seit 1997 in Eimsbüttel – in den letzten Jahren tauchten immer wieder Probleme auf – eine kleine Chronologie.

Ende 2011: Die bisherigen Ein-Euro-Jobber müssen gehen, weil deren Stellen gestrichen werden. Der Betrieb läuft nur noch auf ehrenamtlicher Basis.

Mai 2012: Rettung in Sicht! Über das Programm Bürgerarbeit werden sechs Mitarbeiter weiterbeschäftigt.

Oktober 2012: Der Möbelkeller bezieht die neuen Räume am Doormannsweg 43 – größer, besser. Es läuft gut, das Team übernimmt bald selbstverantwortlich den Betrieb.

Dezember 2014: Die Stellen der Bürgerarbeiter laufen aus, Ersatz ist nicht in Sicht. Seitdem halten die Mitarbeiter den Betrieb ehrenamtlich aufrecht.

Der Möbelkeller ist im Doormannsweg 43
(Eingang über Gewerbehof Waterloohain 7), Öffnungszeiten:
mo-do 10-18 Uhr, fr 10-16 Uhr, 32 96 32 66,
E-Mail: moebelkeller@mookwat.de
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