Die neue Bleibe der Palette

Die Palette bleibt im Viertel: In der Amandastraße bieten Leiterin Anke Mohnert und ihr Team einen betreuten Aufenthaltsort, Schutzraum und Treffpunkt für Drogenabhängige. Foto: fs

Beratungsstelle für Drogenabhängige ist jetzt in der Amandastraße 60

Fritz Schenkel, Eimsbüttel
Ein halbes Jahr hat der von der Stadt bezahlte Umbau gedauert. Nun hat die Drogenhilfe-Einrichtung Palette die Einweihung ihrer neuen Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Eckhauses in der Amandastraße 60 feiern können. Nur fünf Gehminuten vom alten Standort in der Bartelsstraße entfernt. „Ein betreuter Aufenthaltsort, Schutzraum und Treffpunkt“, so die Palette über sich.Zehn bezahlte Mitarbeiter – Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Pädagogen und ein Psychologe – kümmern sich um ungefähr 100 Klienten. Weniger als zu den Zeiten der Bartelsstraße. Zudem unterstützen viele junge Menschen die Arbeit ehrenamtlich. Die unvermeidliche Frage nach Reaktionen aus der Nachbarschaft beantwortet Geschäftsführerin Anke Mohnert so: „Beschwerden gab es auch schon, aber die konnten wir in einem Nachbarschaftstreffen ausräumen.“
So kann die Einrichtung den größten Teil ihrer Kräfte auf die Arbeit mit den sie aufsuchenden Menschen konzentrieren. „Unser Angebot umfasst alle stoffgebundenen Süchte“, sagt Mohnert. Bedeutet: In der Palette können sich Menschen helfen lassen, die zum Beispiel von Alkohol, Heroin oder Ecstasy abhängig sind. Geöffnet sind die Räumlichkeiten von montags bis freitags jeweils von 11 bis 16 Uhr. Die Arbeit umfasst ein breites Spektrum, das von der unmittelbaren Beratung bis hin zur Bewältigung des Alltags in allen seinen Facetten reicht. Von der Rückfallprophylaxe über die Unterstützung bei Behördenangelegenheiten bis hin zur Vermittlung in weitergehende Hilfsangebote.
„Die Sucht muss dabei im Vordergrund stehen. Gerade im Alter verfestigt sich viel“, so Mohnert. Soll heißen: Mit Stigmatisierung und Bevormundung erreicht man wenig bis gar nichts. Einen wesentlichen Schritt nach vorn bedeute in diesem Zusammenhang ein neues behördliches Abrechnungssystem, in dem in jedem Fall zuerst ein Antrag gestellt werden muss und in einem zweiten Schritt die Bescheinigung eines Arztes notwendig ist. „Das ist viel einzelfallorienter und der Zwang fällt weg“, erklärt Mohnert.
Verbunden mit der Hoffnung, dass im nächsten Jahr beim Internationalen „Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher“ vielleicht weniger Menschen
gedacht werden kann.


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