„Die Mieten an der Osterstraße werden steigen“

Sehen Probleme auf die Osterstraße zukommen: Linke-Fraktionschef Hartmut Obens (l.) und Umweltplaner Jochen Hanisch.
Hamburg: Osterstraße |

Linke kritisiert Folgen der schleichenden Aufwertung

Eine Straße wird schick gemacht – und wie verändert das das Quartier rund um die Osterstraße? Die Linke hat einen Experten mit einem Gutachten beauftragt, was für Folgen die Umbauten haben können. Jochen Hanisch sieht einige Probleme auf das Viertel zukommen, wenn nichts getan wird.

Verkehrsplanung: „Für den problematischen Bereich der Osterstraße ist das eine gute Lösung“, sagt Hanisch. Es gibt mehr Freiraum für Fußgänger und Radfahrer, der Verkehrsfluss auf der Straße wird durch engere Fahrspuren beruhigt. Die Kehrseite: Autofahrer weichen auf umliegende Straßen aus, suchen dort vermehrt nach Parkplätzen, das Problem wird verlagert. „Wir brauchen eine umfassende Verkehrsplanung, es muss zusätzliche öffentliche Parkplätze geben – zum Beispiel in Quartiersgaragen.“

Gewerbe und Mieten: Die Osterstraße wird aufgewertet, Grundeigentümer werden versuchen, daraus Kapital zu schlagen, indem sie Mieten erhöhen, so Hanisch – und zwar nicht nur bei Wohnungen, sondern auch bei Geschäften. „Für das Gewerbe gibt es praktisch keinen wirksamen Schutz vor überzogenen Mietpreissteigerungen.“ Es sei daher wichtig, über lokale Bündnisse vor Ort zu Vereinbarungen zu kommen. „Wenn Kleingewerbe und inhabergeführte Geschäfte aufgeben müssen, geht soziale Qualität verloren“, befürchtet Hanisch.

Wohnen: Es müsse Mietpreisbegrenzungen geben und mehr sozialen Wohnungsbau.

Hanischs Fazit: „Es wurde versäumt, die Verkehrsplanung in eine umfassende Quartiersplanung einzubetten.“ Dafür fehle im Bezirksamt offenbar der politische Wille. Die Linke will nun eine Plattform für eine Anwohnerinitiative bieten, die sich für weitere Verbesserungen einsetzt.

Beim Verein Osterstraße treffen die Diskussionsanstöße auf offene Ohren: Probleme sehen die Aktiven ebenfalls in den wegfallenden Parkplätzen und anderen Details der Verkehrsplanung. Und: „Es muss dringend eine Deckelung für Gewerbemieten geben“, sagt Til Bernstein, Vorsitzender des Quartiersvereins. An der Osterstraße arbeite der Verein daran, Grundeigentümer zum „Standortdenken“ zu bewegen, und nicht nur maximalen Gewinn anzustreben.

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