„Die Lenzsiedlung ist bereichernd“

Mit Texten und Bildern gegen Vorurteile: Die ehrenamtlichen Produzenten des Magazins „Rakete“ und Ralf Helling (links außen) vom Verein Lenzsiedlung. (Foto: Niggemeyer)

Image-Kampagne: Wie Bewohner und Aktive Klischees über das Hochhausquartier entkräften wollen

Angela Niggemeyer, Lokstedt

Hässlicher Block, Getto, Brennpunkt – in manchen Köpfen ist das die Lenzsiedlung in Lokstedt. Wer dort wohnt, hat einen anderen Blick. Für 3.021 Menschen aus etwa 60 Ländern ist das Hochhausquartier am Rande Eimsbüttels schlicht Heimat. Zum Beispiel für Luis und Ozan – die beiden Jungs erzählen in einem Film, wie sie in der Nachbarschaft aufgewachsen sind.
Auf Initiative des Vereins Lenzsiedlung sind ein Kurzfilm und eine Zeitschrift über die Wohnanlage entstanden, gefüllt mit tollen Geschichten und überraschenden Fakten. Geschäftsführer Ralf Helling ist von den Ergebnissen begeistert. „Bilder sagen mehr als tausend Worte. Der Film zeigt, wie bunt die Lenzsiedlung wirklich ist und was für tolle Angebote und Menschen es hier gibt“, so der 48-Jährige bei der Premiere im Bürgerhaus an der Julius-Vosseler-Straße.
Der Filmemacher Stefan Adam aus Stuttgart hat Ralf Helling bei der Produktion unterstützt und mit seinem Konzept ein authentisches Bild der Nachbarschaft gezeichnet. Hier gibt es Schlagzeug-, Box- und Sprachkurse, Tanzgruppen, PC-Fortbildungen und über 45 weitere Angebote, bei denen auch auswärtige Gäste vorbeischauen können. Für den 26-jährigen Luis ist dieser Fleck Eimsbüttel Heimat, die ihn geprägt hat. „Ich komme aus Kuba, aber erst in der Lenzsiedlung bin ich Luis geworden.“

Manche Eimsbütteler waren noch nie in der Siedlung

Neben dem Film ist auch das Sondermagazin „Rakete“ entstanden. „Aus der Luft sieht der Grundriss der Siedlung wie eine Rakete aus. So sind wir auf den Namen gekommen“, erklärt Regine Jorzick. Die Eimsbüttelerin ist Teil des zehnköpfigen Teams, das Ralf Helling im Sommer 2015 um ehrenamtliche Unterstützung gebeten hat. „Wir haben uns gefragt, was die Leute außerhalb der Lenzsiedlung wirklich interessiert. Auch ich war vorher noch nie wirklich drin, obwohl ich direkte Nachbarin bin“, so Regine Jorzick. Mit spannenden Informationen, lebensnahen Porträts und einem kritisch-realistischen Blick setzt sich „Rakete“ mit Klischees auseinander. Das Fazit des Teams: „Hier lieben viele, also gibt es auch Vieles, und das ist sehr bereichernd.“ Helling hat sich für die „Rakete“ Profis aus den Bereichen Grafik, PR und Journalismus ins Boot geholt, mit sehens- und lesenswertem Ergebnis.

Das Magazin „Rakete“ liegt in zahlreichen Geschäften in der Osterstraße aus, auch bei der Haspa. Außerdem kann man ein kostenloses Exemplar direkt beim Verein Lenzsiedlung, Julius-Vosseler-Straße 193, abholen.
Der Film ist zu sehen unter ❱❱ www.lenzsiedlung.de
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