Die Last mit der Garderobe

Hamburg: Eimsbüttel | Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen: Rasend schnell verbreitet sich in der Öffentlichkeit die Unart, die Garderobe mit an den Platz zu nehmen. In Lokalen kann man dafür noch Verständnis aufbringen, weil für die Garderobe, die an dem dafür vorgesehen Platz aufgehängt wird, in der Regel keine Haftung übernommen wird. Aber verstehe jemand die Theaterbesucher, die ihre Jacken und Mäntel, anstatt sie an der Garderobe abzugeben, mit an den Sitzplatz nehmen. Nicht selten wärmt dann auch mal in der Winterzeit ein Pelzkragen den Oberschenkel des Nachbarn. Was sind die Hintergründe für dieses Verhalten, das keineswegs nur bei einer bestimmten Klientel anzutreffen ist und nicht etwa bei jenen, die im "kleinen Schwarzen" oder im dunkelblauen Anzug unterwegs sind. Ist es der Geiz, weil das Garderobenentgelt gespart werden soll? Eigentlich kaum vorstellbar, übersteigt dieses Entgelt doch selten die 2 € Marke und macht in Folge dessen nur einen Bruchteil des Eintrittspreises aus. Es muss aber so sein, denn eine andere Erklärung gibt es nicht. Dass die Betreffenden keine Lust haben, sich nach der Vorstellung anstellen zu müssen, um ihre Garderobe zurück zu erhalten, wiegt die Nachteile jedenfalls kaum auf. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis es in den Theatern irgenendwann gar keine Garderoben mehr geben wird, studentische Hilfskräfte ihren Nebenjob verloren haben und die Besucher, wohl gemerkt dann alle, ihre Garderobe auf den Knien verwahren dürfen. Abwegig? Sicher nicht und gleichsam eine grauenhafte Vorstellung! Deshalb könnte ich gut damit leben, wenn sich die Theaterbetreiber gemeinsam entschließen würden, die Mitnahme der Garderobe an die Plätze ganz zu unterbinden.
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