Die Jungs von der Post

Treffen in der Bäckerei: 16 Mitarbeiter der Post-Werkstatt tauschten auf ihrem ehemaligen Betriebsgelände in Stellingen Erinnerungen aus. Foto: frh

Ehemalige Post-Angestellte trafen sich in Stellingen, um Erinnerungen auszutauschen

Von Frauke Heiderhoff, Stellingen – Ihr Betrieb ist seit mehr als 15 Jahren Geschichte, aber die Erinnerungen an ihre Arbeitsstätte in Stellingen ist den ehemaligen Post-Angestellten geblieben. Vor kurzem trafen sich 16 ehemalige Mitarbeiter der Betriebswerkstatt Kraftfahrzeugwesen (BWKW). Diese Werkstatt der Post gab es bis Mitte der 90er Jahre an der Kieler Straße. Heute steht dort der Baumarkt Max Bahr.
Die meisten ehemaligen Kollegen hatten sich 15, einige sogar 30 Jahre, lang nicht gesehen. Da gabs eine Menge Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel über das kuriose Heringsessen in der Werkstatt: Kollege Ingo Albuschat nutzte seinen Kontakt zum Fischmarkt, um an einem Freitag 60 Heringe zu kaufen. „Bratfertig machten wir die Heringe in der Tischlerei der Post“, erinnert sich Günther Bergmann. Die Köpfe entfernten die Postler mit einer Bandsäge. Die Heringe brieten sie in sechs Pfannen. „Weniger begeistert war allerdings der Tischlermeister von dem in seinen Räumen haften gebliebenen Gestank“, erzählt Bergmann mit einem Schmunzeln.
„Viel Spaß hatten wir mit dem Kollegen Bergmann“, erinnert sich Werkstattleiter Erwin Peters. „Als ich einmal krank war, stellte er mir einen Sack Kartoffeln vor die Tür, damit ich schnell wieder genese“, so Peters.
Groß war der Jubel, als Bergmann seinen „völlig identisch aussehenden Zwillingsbruder“ zu seiner eigenen Verabschiedung schickte: Etwa zehn Minuten nach der Verabschiedung durch die Chefetage betrat „der Richtige“ den Raum.
Die meisten Postler erlernten den Beruf des Kfz-Mechanikers und wurden als Gesellen auf diverse Hamburger Standorte verteilt. Viele Mitarbeiter wie Elektrofachmann Peter Rigwers, Fahrlehrer Dieter Steffen und Kfz-Meister Wolfgang Götting wurden vielgefragte Experten auf ihrem Gebiet. Nach der Auflösung der Werkstätten mussten sich einige Mitarbeiter in fachfremde Aufgabengebiete wie beispielsweise Briefsortierung einfinden.
Aber beim Klönen mit Kaffee sind die alten Geschichten wieder ganz lebendig.
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