Die Blumen-Fee von der Bogenstraße

Täglich im Einsatz mit Harke, Rechen und Gießkanne: Lissi Westphal pflegt ihre Beete an der Bogenstraße.

Lissi Westphal pflegt fünf Beete im Viertel – und freut sich über helfende Hände

Lupinen, Hornveilchen, Rosen und Rittersporn: An der Bogenstraße / Ecke Gustav-Falke-Straße erfreut seit kurzem ein buntes Beet die Passanten. Lissi Westphal hat ihr kleines grünes Reich erweitert. Vier Beete pflegt sie bereits seit mehr als zwei Jahren an der Bogenstraße, nun legte sie ein fünftes an. Mit Harke, Rechen und Gießkanne ist sie regelmäßig im Viertel zu sehen. „Ich habe keinen Balkon, keine Terrasse – und ich bin ein Landkind. Da wollte ich auch in der Stadt was Schönes schaffen“, sagt sie.
Amseln hüpfen zwischen den Blumen hin und her, schnappen sich Regenwürmer. Dicke Hummeln steuern die Blüten der Lupinen an. Hier gibt es eine Menge zu beobachten, wenn man sich mal ein bisschen Zeit nimmt. Immer wieder bleiben Passanten stehen und loben das bunte Fleckchen. „Sie haben aber einen schönen Garten“, sagt ein Mann. „Das ist unser aller Garten“, entgegnet Westphal lachend. Sie hat Freude daran, die Stadt hübscher zu machen. Und will damit auch etwas vermitteln. „Viele Leute kennen die Pflanzen ja gar nicht mehr. Es ist schade, wie arglos damit umgegangen wird. Ich will Sensibilität schaffen, dass man das Grün schätzt.“ Bei ihrer jungen Nachbarin hatte Lissi Westphal damit auf alle Fälle Erfolg. Die vierjährige Linda ist begeistert bei der Sache. Welche Blumen sie gepflanzt hat? „Die hier und die und die“, sagt das Mädchen, während es an einer Reihe Hornveilchen entlangläuft.
Mit Behörden hatte Lissi Westphal – im Gegensatz zu anderen Hobbygärtnern – bisher keinen Ärger.„Ich habe beim Bezirksamt Bescheid gesagt, dass ich hier was anlegen möchte. Das war kein Problem.“ Offizielle Beetpatin ist sie nicht. „Das ist mir zu kompliziert“, sagt sie.
Bisher hegt und pflegt die 63-Jährige die Beete fast allein, sie freut sich aber über Unterstützung. Wer mithelfen will, trifft sie regelmäßig an einem der Beete an der Bogenstraße, zum Beispiel vor den Hausnummern 13, 17, 23 oder gegenüber des Helene-Lange-Gymnasiums.


Beetpaten


Wer im städtischen Raum gärtnern will, braucht an sich das Okay des Bezirksamts. Sonst kann es schnell passieren, dass ein Wegewart die Beete als störend einstuft und räumen lässt. 2014 gab es Riesen-Ärger über einen Quadratmeter Grün am Heußweg / Ecke Wiesenstraße. Anwohner Andreas Böhle hatte dort jahrelang ein Mini-Beet gepflegt. Doch im August wurde es plötzlich geräumt, angeblich wegen Stolpergefahr. Die Aktion wurde zur Lachnummer fürs Amt. Beet-Rebell Andreas Böhle sammelte Unterschriften gegen den Grün-Klau, und hatte Erfolg: Im Herbst wurde das Beet wieder erlaubt. Wer auf Nummer sicher gehen will, meldet beim Bezirksamt offiziell eine Beet-Patenschaft an. Kontakt zur Abteilung Stadtgrün:
428 0126 37.
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