Diakonie-Klinikum: Kranke werden auf der Straße ausgeladen

Kein Platz mehr auf der Auffahrt: Krankenwagen parken auf der Hohen Weide, Fahrer laden Patienten dort aus. Foto: pr

Zu wenig Platz auf der Zufahrtsrampe – Geschäftsführung verspricht Abhilfe

Wagen um Wagen fährt vor. Bis zu sieben Transportfahrzeuge für Kranke kommen binnen Minuten am Agaplesion-Klinikum an der Hohen Weide in Eimsbüttel an. Es wird eng. Auf der Rampe zur Notaufnahme gibt es nicht genug Platz. Deswegen müssen etliche Wagen auf der Straße parken. Patienten werden einfach dort ausgeladen und dann über den holprigen Asphalt und die Rampe zur Notaufnahme geschoben. Laster und Müllautos brausen vorbei.
Anwohner und Passanten werden seit Wochen Zeugen von diesen kuriosen Zuständen. Manche sind entrüstet. „Das ist entwürdigend für die Patienten, einfach auf der Straße ausgeladen zu werden“, sagt Regina Behrendt, Sprecherin der Initiative „Kein Diakonieklinikum“.
Aus ihrer Sicht ist dieser Zustand kein Zufall, sondern Folge der Entscheidung, das Klinikum in Eimsbüttel auf einem Teil des ehemaligen Sparbiersportplatzes zu bauen. „Man hat eine Klinik auf zu engen Raum gepresst. Der verbliebene öffentliche Raum wird unfreiwillig Teil des Klinikbetriebes“, kritisiert sie. Für die Anwohner bedeute das eine „rapide Verschlechterung der allgemeinen Lebensbedingungen“.
Jörn Wessel, Geschäftsführer des Agaplesion-Klinikums, findet die Lage nicht so schlimm wie die Initiative. „Morgens zwischen 9 und 11 Uhr wird es schon mal enger“, gibt er zu. Es dauere eben ein paar Minuten, bis die Patienten ein- oder ausgeladen werden. Er habe Fahrer und Unternehmen angewiesen, keine Kranken mehr auf der Straße auszuladen. Zudem werde versucht, die Anfahrten zeitlich zu entzerren, damit sich die Wagen nicht stauen.
„Wir haben die Probleme erwartet, jetzt sind sie da.“ Er hätte gern eine zusätzliche Reihe Parkplätze vor der Auffahrt geschaffen. „Doch der Bezirk wollte einen Taxenstand, der aus unserer Sicht überflüssig ist und nur Platz wegnimmt.“ Diesen würde Wessel nun gern in bis zu drei Stellplätze für Krankentransportwagen umwandeln.
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Petra Porst aus Eimsbüttel am 23.09.2011 um 16:40 Uhr  
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