Der verhinderte Preisträger

Marco Scheffler wurde der Bürgerpreis der Bezirksversammlung zuerst zugesagt, dann aber widerrufen. Ist der Eimsbütteler mit seinen unkonventionellen Aktionen zu unbequem?

Eimsbüttel: Posse um widerrufenen Bürgerpreis an Marco Scheffler

Marco Scheffler ist in Eimsbüttel für viele Dinge bekannt. Für seine Außenseiter-Kandidatur um den Bundestag, für soziale und nachbarschaftliche Projekte und für seine Kneipen. Nun ist er zusätzlich bekannt als der verhinderte Preisträger, der eine Auszeichnung nicht bekommt, obwohl er alle Kriterien erfüllt.
Vor zwei Wochen erhielt Scheffler die Nachricht, dass er den Bürgerpreis der Bezirksversammlung gewonnen habe. Eine Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement, die Jahr für Jahr verliehen wird. Das
Bezirksamt widerrief die Entscheidung ein paar Stunden später aber wieder. Weil Scheffler nicht die Kriterien erfülle. Er wunderte sich. Tatsächlich erfüllt Scheffler genau wie andere Preisträger vor ihm die Kriterien, dass es um ein soziales, ökologisches, in jedem Fall ehrenamtliches Engagement gehen soll. Er wurde von einem Bekannten für sein Nachbarschaftsprojekt „Götterspeise“ vorgeschlagen: Auf Schefflers Initiative hin verschenkt ein Supermarkt an der Osterstraße jeden Abend nicht verkäufliche, aber noch gut erhaltene Waren, die sonst im Müll landen würden. „Lebensmittelretter“ nannte ein Magazin neulich Scheffler und seine Mitstreiter.

Angeblich gab es einen Streit mit dem Bezirksamt


Nachfrage des Elbe Wochenblatts bei Mechthild Führbaum, Vorsitzende der Bezirksversammlung. Was spricht gegen Scheffler? Und warum die Absage nach der Zusage? Laut Führbaum habe die Bürgerpreis-Jury Scheffler in die engere Auswahl genommen. „Dann ging es leider etwas durcheinander und der Vorschlagende wurde voreilig informiert. Als sich dann herausstellte, dass es einen Zwischenfall zwischen Herrn Scheffler und einem Mitarbeiter des Bezirkes gab, hat die Jury entschieden, dass dies nicht zu einer Verleihung eines Preises des Bezirkes passen kann“, so Führbaum. Was für ein Zwischenfall? Laut Führbaum habe es einen „verbalen Schlagabtausch gegeben, der nicht mehr tolerierbar war“. Im Klartext: Es gab angeblich einen Streit zwischen einem Amtsmitarbeiter und Scheffler, bei dem es laut oder heftig gewesen sein soll.
Scheffler selbst sagt dazu, er wisse gar nicht, was damit gemeint sein soll. „Mir ist da nichts bekannt.“ Er vermutet eher, dass sein politisches Engagement als unbequemer Einzelbewerber nicht allen passe.

Kommentar: Erst Panne, dann Rufmord
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2 Kommentare
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Peter Gutzeit aus Eimsbüttel | 29.09.2016 | 11:57  
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Christine Stecker aus Eimsbüttel | 29.09.2016 | 13:35  
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