Der Tüftler mit dem Akkutrick

Rund ein Dreivierteljahr Arbeit: Tom (12) hat eine computergesteuerte Lade- und Wechselstation gebaut. (Foto: cvs)

Tom (12) aus Eimsbüttel gewinnt ersten Preis bei „Schüler Experimentieren“

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel

Es rattert und summt, als Tom Stegemann (12) seine Anlage in Betrieb setzt. Ein Greifarm schwenkt hinüber und schnappt sich eine Neun-Volt-Zelle vom Dach des parkenden Modellautos. Fast alles gebaut aus Fischertechnik-Teilen. Anschließend holt sich der Roboterarm einen frisch geladenen Akkublock, um das gelbrote Fahrzeug damit neu zu bestücken. Fertig! „Standzeit: Nur drei Minuten“, erklärt Tom nicht ohne Stolz.
Mit seinem Modell einer vollautomatischen Batterielade- und Wechselstation hat der Schüler des Gymnasiums Hoheluft Anfang April den ersten Preis im Bereich Technik beim Landesfinale von „Jugend forscht“ gewonnen. Tom war einer der 19 Teilnehmer des Wettbewerbs „Schüler Experimentieren“, der sich an Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren wendet. Zwei weitere Preise konnte der Sechstklässler für den umweltfreundlichsten Beitrag und für den besten Ausstellungsstand erringen.
Dass Tom Technikfan durch und durch ist, ahnt man schon beim ersten Blick in sein Zimmer: An den Wänden hängen Poster mit Schiffs- und Automodellen, die Regale sind vollgestopft mit Technikzeitschriften. Auf die Idee mit der Elektrotankstelle kam der junge Tüftler nach einer Probefahrt mit einem Tesla-Elektroauto. „Von der Beschleunigung war ich total beeindruckt“, erklärt Tom. „Von der Akku-Betriebsdauer überhaupt nicht!“ Mithilfe seines Vaters und seines Naturwissenschaftslehrers konzipierte und baute Tom, der schon im zarten Alter von vier Jahren mit dem Fischertechnik-Virus infiziert wurde, eine voll funktionsfähige, computergesteuerte Lade- und Wechselstation.
„E-Autos sind teuer und haben eine lange Ladezeit, deshalb kauft sie kaum jemand“, erklärt Tom. Dabei seien Wechselakkus technisch gesehen ohne Weiteres möglich. „Die Hersteller müssten sich nur auf einen gemeinsamen Batterietyp einigen“, sagt er. Zu der Anlage, die mit Sonnenenergie betrieben wird, gehört auch eine „Parkkralle“, damit die haltenden Fahrzeuge nicht versehentlich wegrollen können.

Der Wettbewerb
Der Jugend-Forscht-Landeswettbewerb Hamburg hatte in diesem Jahr 32 Teilnehmer. Die zwölf Landessieger in den Bereichen Biologie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik und Technik fahren Ende Mai zum Bundesfinale nach Paderborn.
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