Der Räuber mit der Plastikpistole

Bashkim B. überfiel mehrmals Spielhallen

Reinhard Schwarz, Stellingen – Vom Kunden zum Täter: Zwischen Januar und April 2011 überfiel Bashkim B. immer wieder Spielhallen im Gebiet zwischen Kieler Straße und Langenfelder Damm. Der heute 50-Jährige war häufig selbst Kunde in einigen der Spielhallen, die er später ausraubte. Nach seinem letzten Überfall am 26. April 2011 an der Kieler Straße konnten Polizeibeamte ihn festnehmen. Die Anklage: Schwere räuberische Erpressung.
Bashkim B., im dunkelblauem Jackett und orangenfarbenem Hemd, gibt die Taten zu. „Es tut mir leid“, beteuert er immer wieder. Der Angeklagte habe „aus wirtschaftlicher Not“ gehandelt, gibt Anwalt Uwe Maeffert zu bedenken. Zu der Zeit habe er von rund 200 Euro im Monat leben müssen, berichtet B. Einen Teil des Geldes habe er in Spielhallen getragen, um seine wirtschaftliche Lage zu verbessern – vergeblich.
Bei den Überfällen zog sich B. eine Sturmhaube übers Gesicht und bedrohte mit einer Plastikpistole die Mitarbeiter der Spielhallen. Die Ausbeute war eher gering, mal 430 Euro, dann rund 600 Euro, einmal sogar 989 Euro.
Der Anwalt lenkt den Prozess auf die Biografie des Angeklagten. Deutlich wird, dass dieser in 20 Jahren in Deutschland nicht wirklich Fuß fassen konnte. Bis heute hat er lediglich eine Aufenthaltsduldung. 1992 kommt B. als Flüchtling aus dem umkämpften Kosovo nach Deutschland. Im früheren Jugoslawien besuchte er das Gymnasium bis zur 13. Klasse, arbeitete danach im Krankenhaus.
In Deutschland lebt B. mit Frau und Kindern in einer Asylunterkunft. Hier kommt es 1995 zur Katastrophe. Bei einem Familienstreit erschießt er durch die geschlossene Tür einen Landsmann aus dem Kosovo. Das Urteil: Totschlag in einem minderschweren Fall. Später versucht B., sich als Taxifahrer eine Existenz aufzubauen. Das misslingt, er verliert den Führerschein, fährt trotzdem immer wieder ohne Fahrerlaubnis. 2010 trennt sich seine Frau von ihm. Über sich und seine Zukunft sagt der Angeklagte: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Das Urteil: Vier Jahre und neun Monate Haft – die Verteidigung hat Revision eingelegt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.