Der Maler aus Langenfelde

Künstler Matthias Tedjasukmana in seinem Atelier: Der Maler aus Langenfelde verbindet Landschaftsmalerei mit Collagetechnik. Fast alle Werke haben einen düsteren Grundton.

Vorgestellt: Künstler Matthias Tedjasukmana

Schon am Eingang riecht es nach Farbe und Terpentin. Ein paar Stufen in den Keller hinab, dann steht man mitten in der düsteren Kunstwelt von Matthias Tedjasukmana. An der Wand lehnt gut ein Dutzend Bilder, manche mehr als mannshoch. Müssen noch trocknen für die nächste Ausstellung. Unter dem Titel „Erste Liebe - letzte Riten“ stellt er derzeit mit drei anderen Künstlern aus. Auf dem Boden des Ateliers liegen ein Haufen Pinsel und Farbdosen. In einer anderen Ecke sind Bücher aufgeschlagen.
Verfremdete Körper und Landschaften sind auf vielen seiner Bilder zu sehen. Ist gerade ein Schwerpunkt des Langenfelder Künstlers. „Ich beschäftige mich viel mit Landschaften und Mystik ­– gebe dabei aber nicht die Natur an sich wieder, das ist nur eine Idee davon“, sagt der 37-Jährige. Ein Tal, eine Gebirgs-impression, eine Wiese, Wald, darauf Körper von Frauen, mädchenhaft, nackt, ziemlich abgemagert, die Rippen stehen hervor. Faszinierend und düster. Aber nicht alles ist gemalt. Die Gesichter sind Fotos, die Tedjasukmana aus dem Internet gezogen hat. Er hat die Konterfeis dann einfach auf das Ölgemälde aufgeklebt.
Eine ähnliche Technik verwendet der Maler bei einem anderen Zyklus. Wieder Landschaftsmotive, darauf prangen aber diesmal Fotos von Mas-ken. „Das sind indonesische Masken, hier verbinde ich sozusagen meine indonesische Herkunft mit den europäischen Landschaftsmalereien“, erzählt er. Tedjasukmanas Eltern stammen aus Indonesien, er selbst ist in Hanau geboren worden. Seit 2010 lebt er in Langenfelde.
Die Maskenbilder haben eine ungeheure Kraft. Im Hintergrund die weichgezeichnete Natur, darauf grell, düster, mys-tisch, aggressiv die indonesischen Masken. Stark. Viele sind noch nicht fertig, zuletzt standen die Körperbilder im Mittelpunkt.
Seit Anfang Mai hat Tedjasukmana sein Atelier in Eidelstedt – in der ehemaligen Süptitzvilla am Hörgensweg. Gemeinsam mit fünf anderen Künstlern hat er günstige Atelierflächen ergattern können. „Das ist eine super Sache hier. Ich brauche viel Platz zum Arbeiten. Und weil ich mit Ölfarben arbeite, riecht es auch kräftig.“ Stört keinen. Und dann geht es an das nächste Bild. In seinem Kelleratelier wird noch viel entstehen.

Unter dem Titel „Erste Liebe – letzte Riten“ stellt Matthias Tedjasukmana bis Sonnabend, 7. September, mit drei anderen Künstlern im U.FO Kunstraum in der Bahrenfelder Straße 322 aus. Öffnungszeiten: Donnerstag/Freitag von 16 bis 19 Uhr, Sonnabend von 13 bis 16 Uhr.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.