Der Kampf um den Spannskamp

Streit um Freiflächen am Spannskamp: Die Schiffszimmergenossenschaft will nachträglich rund 130 bis 172 neue Wohnungen bauen, viele Mieter und Genossenschaftler sind dagegen. Zusätzlich soll ein weiteres Studentenwohnheim mit etwa 85 Wohnungen entstehen. (Foto: rs)

Mieter wehren sich gegen zusätzliche Bebauung – aber was ist eigentlich geplant?

Reinhard Schwarz, Stellingen – Gegen zusätzliche Wohnungen in der Siedlung am Spannskamp gibt es Widerstand. Viele Anwohner befürchten das Abholzen zahlreicher Bäume und Sträucher. Das Wochenblatt gibt einen Überblick.

Was ist eigentlich geplant?
Weil der Bezirk Eimsbüttel sich gegenüber dem Senat verpflichtet hat, jährlich 700 Wohnungen zu bauen, sind die Planer im Bezirksamt fieberhaft auf der Suche nach Baugrund. Im Wohnungsbauprogramm des Bezirks sind 113 Flächen genannt, die dafür in Frage kämen, darunter auch die Siedlung am Spannskamp.
Es gibt zwei Varianten: Die erste sieht den Bau von 130 Wohnungen auf dem Gelände der Schiffszimmerergenossenschaft sowie 85 zusätzliche Studentenwohnungen vor; nach Variante zwei sollen 172 neue Wohnungen auf dem Schiffszimmerer-Gelände plus die 85 Studentenwohnungen entstehen. Maximal sollen also gut 250 neue Wohnungen entstehen. Die Saga/GWG, der in dem Gebiet zwei Mehrfamilienhäuser gehören, will nach Informationen des Wochenblatts nicht bauen.

Wie weit ist das Planungsverfahren?
Aktuell gilt in dem Gebiet der Bebauungsplan (B-Plan) Stellingen 51, der eine Nachverdichtung (zusätzliche Bebauung) ausschließt. Das Bezirksamt hat daher den Entwurf des neuen B-Plans Stellingen 66 erstellt. Im Juni hat es eine erste Anhörung mit Anwohnern gegeben, zahlreiche Mieter protestierten gegen die Pläne. Im Oktober sollte das Ergebnis der Anhörung im Stadtplanungsausschuss behandelt werden. Doch von der Politik kam das Signal, den Plan vorerst auf Eis zu legen. Die Schiffszimmerergenossenschaft wurde für ihre mangelhafte Information der Mieter kritisiert.

Was will die Schiffszimmerergenossenschaft?
Klar ist: Die Genossenschaft will bauen. Es gibt aber noch keine Angaben darüber, wie viele neue Wohnungen entstehen sollen.

Was sagen die Mieter?
Mieter und Genossenschaftler lehnen das Bauvorhaben ab und haben den „Aktionskreis Spannskamp“ gegründet. Der Aktionskreis fordert von der Genossenschaft, endlich die Karten auf den Tisch zu legen und die Mieter zu beteiligen.
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