Der Hindu-Tempel von Stellingen

Neues Gemeindezentrum: Rohit (li.) und Tulsi Das Choudhry im Altarraum des Jyoti-Maiyya-Tempels. (Foto: cvs)

Zu Besuch im Jyoti-Maiyya-Tempel, dem zweiten seiner Art in Hamburg

Von Christopher von Savigny, Stellingen – Der Fußboden ist mit dicken Teppichen ausgelegt. Eine Gruppe von sechs Männern und Frauen hat sich im Schneidersitz darauf niedergelassen, sie trinken „Chai“ (Tee) und knabbern „Parsad“ – eine Mischung aus Mandeln, Nüssen und Rosinen, auf Deutsch würde man Studentenfutter dazu sagen. Vor wenigen Wochen hat in Hamburg ein zweites hinduistisches Gotteshaus seine Pforten geöffnet. Der Jyoti-Maiyya-Tempel befindet sich direkt am Bahnhof Stellingen, im ersten Stock eines unauffälligen Backsteingebäudes. „Wir wollen den Menschen nicht nur ermöglichen, ihren Glauben auszuüben, sondern wir möchten auch einen Beitrag zur Integration leisten“, sagt der Vereinsvorsitzende Rohit Choudhry.
Spirituelles Zentrum des Hindutempels ist der Altarraum mit den goldglänzenden Statuen der achtarmigen Göttin Durga, der Elefantenkopf-Göttin Ganesha und des Hauptgottes Shiva, der halb als Mann, halb als Frau dargestellt ist. Jeden Sonntag ab 12 Uhr hält an dieser Stelle Tulsi Das Choudhry, Rohits Vater, Gottesdienste auf Hindi ab. Elf Jahre lang war er bereits in Rothenburgsort als Laienprediger aktiv. 1993 wurde dort die erste und mittlerweile auch größte Hindu-Gemeinde Deutschlands gegründet, rund 2.000 Anhänger leben in Hamburg. Schon seit längerem plante Rohit Choudrhy ein zweites Zentrum in der Hansestadt – für die Leute im Westen Hamburgs. Etwa 50 eingetragene Mitglieder hat die neue Tempelfiliale bislang, Tendenz stark ansteigend. Schon bei der Eröffnung sei das Haus mit über 300 Gästen aus allen Nähten geplatzt, erzählt Choudhry stolz. Woher er das so genau wisse? „Ich habe die Schuhe vor dem Eingang gezählt“, lacht er.
Integrationshilfe leisten in Stellingen ehrenamtliche Lehrer, die Schülern Nachhilfe erteilen, Erwachsenen Deutsch beibringen oder Technik und Computerwissen unterrichten. Gut die Hälfte der Gemeindemitglieder kommt, wie die Familie Choudrhy, aus Afghanis-tan, der übrige Teil überwiegend aus Indien. 30 Prozent sind unter 18 Jahre alt. „Kinder und Jugendliche kann man ganz wunderbar für hinduistische Kultur und Religion begeistern“, sagt Choudhry.
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