Das war das Jahr 2012 in Eimsbüttel

Nerviges, Kurioses, Amüsantes: der Jahresrückblick

Januar
– Nach oben geht es nur zu Fuß: Im Bezirksamt Eimsbüttel am Grindelberg ist der Paternoster kaputt. Ein Handwerker stieg verbotenerweise mit einer Leiter in einen der Fahrkörbe, dann krachte es. Der eigenwillige Aufzug bleibt für Monate außer Betrieb.
– Zwei Turniere, ein Sieger: Der Niendorfer TSV kann sich ganz legitim Eimsbütteler Hallenfußballmeister nennen. Der Oberligist gewinnt sowohl den Zeus-Cup, ausgerichtet vom Hamburg-Eimsbütteler Ballspielclub (HEBC), als auch den Laubvogel-Cup, den der Eimsbütteler Turnverband (ETV) veranstaltet. Vorausgegangen war ein skurriles Gerangel zwischen den beiden Lokalrivalen um den Zeus-Cup, den bis 2011 der ETV ausrichtete. Egal, Niendorf macht dann sportlich alles klar.
– Shlomo Bistritzky wird offiziell neuer Landesrabbiner von Hamburg. Der 34-Jährige baute das jüdische Chabad-Bildungszentrum in der Rentzelstraße auf und war bereits einige Monate zuvor inoffiziell als Landesrabbiner tätig.

Februar
– Danke, Winter! Ein paar Tage knackig kalt, Gewässer frieren zu. Auf dem See am Weiher und auf dem Isebekkanal drehen Schlittschuhläufer ihre Runden, es wird Eishockey gespielt oder spazieren gegangen.
– Ach Mensch, Vattenfall! Im Eppendorfer Weg in Hoheluft ist ein Fernwärmerohr kaputt, rund 600 Haushalte bleiben bei zweistelligen Minusgraden für einen Tag ohne Heizung. Und dann muss auch noch die Versorgung gedrosselt werden, weil ein Kessel in einem Kraftwerk ausfällt.
– In Stellingen eröffnet der hinduistische Jyioti-Maiyya-Tempel, bunt und lebendig.
– Schlechte Nachrichten: Tesa zieht aus Eimsbüttel weg. Das Tochter-Unternehmen von Beiersdorf hat zu wenig Platz für seine 800 Mitarbeiter in der Zentrale in Hoheluft. 2015 soll der Firmensitz in Norderstedt bezogen werden.

März
– Ärger um das Kundenzentrum in Stellingen: Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke will die kleine Servicestelle schließen. Bürger und Politiker aus Eidelstedt und Stellingen gehen auf die Barrikaden, aber es nützt nichts: Das Kundenzentrum bekommt noch eine Gnadenfrist, im Juli gehen aber endgültig die Lichter aus.
– Schlecker-Pleite: Die Drogerie-Filiale am Langenfelder Damm wird geschlossen.
– Das Elim-Krankenhaus an der Hohen Weide in Eimsbüttel wird abgerissen. Die 1927 eröffnete Klinik muss für einen weiteren Neubau des Agaplesion Diakonie-Klinikums fallen.
– Rufmord? Autohändlerin Elke Gewe sieht sich von Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke geschädigt. Der hatte große Pläne für eine Elektro-Tankstelle vor dem Bezirksamt. Doch dort hatte Gewe noch ihren Autohandel mit einem gültigen Mietvertrag. Sevecke weist die Vorwürfe zurück.

April
– Die Jerusalemkirche an der Schäferkampsallee feiert Ostersonntag ihr 100-jähriges Bestehen.
– Zoff bei Hagenbeck: Seniorchef Claus Hagenbeck will wieder in die Geschäftsführung einsteigen, Auftakt für ein monatelanges Gezerre um Macht und Einfluss. Auch vor Gericht streiten sich die Familienzweige.
– Trauer um Peter Rickers: Der Stellinger Autor stirbt im Alter von 77 Jahren. Rickers setzte sich mit vielen Vereinen und Initiativen für den Stadtteil ein, er begründete unter anderem das Heimatmuseum und den Bürgertreff.
– Hmmm, das schmeckt: Bei Ratsherrn in den Schanzenhöfen probieren die Braumeister Philipp Bollhorn (l.) und Thomas Kunst das erste Bier.

Mai
– Im Schanzenviertel wird um jeden Zentimeter Gehweg gestritten: Nachdem der Bezirk Altona Gastronomen zunächst weniger Platz für Tische und Stühle draußen lassen wollte, ruderte die Politik nach Protesten zurück.
– Das Logo-Team bleibt noch ein paar Jahre an der Grindelallee, ein Umzug auf eine Fläche vor dem Bezirksamt Eimsbüttel am Grindelberg hat sich zerschlagen. Der Musikclub soll sein Gelände für Wohnungsbau räumen, es gibt in Eimsbüttel aber bisher keinen gleichwertigen Ersatz für den Rockschuppen.
– Risse in Wänden und Decken, Einsturzgefahr, Mieter in Angst: Der Altbau im Langenfelder Damm 42 wird für ein paar Stunden evakuiert, vorsichtshalber. Grund für die Schäden ist eine Baustelle nebenan. Eine Wohnung und ein Geschäft können über Wochen nicht betreten werden.
– In Langenfelde beginnt der Abriss des Hochbahn-Betriebshofs. Bis Ende 2014 soll ein moderner Neubau entstehen.

Juni
– An der U-Bahn-Station Osterstraße beginnt der Bau von Fahrstühlen. Bis Sommer 2013 sollen zwei Lifte fertig sein, einer am Fanny-Mendelssohn-Platz, einer am Heußweg vor der Haspa. Zuvor gab es Sorgen, dass der Weihnachtsmarkt nicht stattfinden könne, weil ein Teil des Platzes Baustelle ist. Lösung: Der Markt wird verkleinert, fällt aber nicht aus.
– Die Schule Rellinger Straße wird beim Deutschen Schulpreis ausgezeichnet.
– Kündigungen, Klagen, Mieterhöhungen: Mieter in der Müggenkampstraße 23 befürchten den Rausschmiss. Die Bewohner vermuten, dass sie vertrieben werden sollen, um Haus und Grundstück lukrativ verkaufen zu können. Die Eigentümerin widerspricht den Vorwürfen teilweise.
– Der nächste Laden macht dicht: Aldi schließt seine Filiale am Langenfelder Damm.
– Ein Stellinger mit einer ungewöhnlichen Leidenschaft: Heinz Schnoor hat in 50 Jahren 4.638 Vögel gezüchtet.

Juli
– Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit eröffnet der Tierpark Hagenbeck das neue Eismeer. Polarbewohner wie Pinguine, Eisbären oder Walrosse sind in dem einzigartigen neuen Bau durch Panoramaglasscheiben aus der Nähe zu bewundern. Probleme gab es unter anderem mit diesen Scheiben, weshalb das Eismeer Monate später als geplant eröffnet wurde. Gesamtkosten: 20 Millionen Euro.
– Geduldsprobe für Anwohner der Warnstedtstraße 57-59 in Stellingen: Bauarbeiten für Wohnhäuser sind höllisch laut.
– Der Bunker-Abriss in Hoheluft dauert viel länger als angenommen: Weil die Mauern des Betonklotzes am Wiesingerweg so dick sind, wird der Trumm vermutlich erst im Herbst verschwunden sein.

August
– Anwohner der Emilienstraße haben aus einer Unkrautecke ein hübsches Beet gemacht – aber das Bezirksamt Eimsbüttel nicht um Erlaubnis gefragt. Die Behörde schickt einen Räumtrupp vorbei, der Ziersteine, Zaun und eine Bank an der Ecke konfiszieren soll. Dann gibts einen Kompromiss: Das Beet darf bleiben, die Bank auch, nachdem ein Antrag dafür gestellt wurde. Beet-Bürokratie in Eimsbüttel.
– Einsatz für den Kammerjäger: In Saga-Häusern an der Gärtnerstraße in Hoheluft-West werden Bewohner von Flöhen gebissen.
– FC Alsterbrüder, ETV, Schulen und Anrainer legen ein Konzept für den Umbau des Sportplatzes Gustav-Falke-Straße vor. Kernpunkte: Ein Kunstrasenplatz, Flächen für Leichtathletik und Fitnessbereiche für Jedermann. Gesamtkosten; 1,5 Millionen Euro – nun steht die Suche nach Geldquellen an.

September
– Ende eines Traditionsgeschäfts: Holdorf Berufskleidung schließt. Das Fachgeschäft an der Osterstraße gab es seit mehr als 100 Jahren, zuvor unter anderen Namen.
– 362.000 Euro muss der Bezirk in der offenen Kinder- und Jugendarbeit sparen. Die Streichliste Eimsbüttels sieht Kürzungen bei allen Einrichtungen vor – vom Bauspielplatz bis hin zum Jugendtreff.
– Anwohner des Spannskamp in Stellingen befürchten den Verlust ihres grünen Quartiers. Es gibt Pläne, in der Siedlung neue Wohnblocks hochzuziehen (Stichwort: Nachverdichtung). Die Anwohner wehren sich dagegen.
– Grün-Weiss Eimsbüttel feiert Richtfest für seine Sport-Kita mit 120 Betreuungsplätzen in Lokstedt.
– Eine Woche Kunstfestival auf einer Verkehrsinsel: Das war eine gelungene Premiere für Eimsbüttel. Nur die Livemusik war manchen Anwohnern zu laut.

Oktober

– Baustellen I: Haltestellen der Buslinie 5 werden umgebaut. Die Stationen Staatsbibliothek und Gärtnerstraße werden teilweise verlegt. Hintergrund ist das Ausbauprogramm des Senats. Busse sollen auf Extraspuren und mit technischen und baulichen Kniffen schneller werden. Die Arbeiten an der 5er-Linie werden 2013 weiter gehen.
– Baustellen II: Hamburg Wasser erneuert an der Straße Beim Schlump Leitungen, für etwa sechs Wochen gibt es immer wieder Stau.
– Baustellen III: Die Emil-Andresen-Straße in Lokstedt wird ausgebaut. Dauer: etwa ein Jahr.
– Baustellen IV: Die Osterstraße wird zwischen Eppendorfer Weg und Emilienstraße saniert, drei Tage Vollsperrung!
– Studierende protestieren gegen Wohnungsnot. WG-Zimmer sind rar, oder extrem teuer.

November
– Streikbeginn bei Neupack in Stellingen: Mitarbeiter des mittelständischen Verpackungsunternehemns fordern „faire Arbeitsbedingungen“ und einen Tarifvertrag.
– Neue Tauschbörse: Bei der Wechselstube in der Methfesselstraße können Eimsbütteler rund um die Uhr Sachen für andere abgeben und sich selbst etwas mitnehmen. Das soziale Projekt kommt gut an, muss aber kurzfristig schließen. Es gab keine Erlaubnis für den Betrieb der Wechselstube vor einer Bar.
– Das Pfützen-Meer am Isebek-kanal in Eimsbüttel spült eine Flut von Leserbriefen in die Redaktion. Etliche Schreiber haben kluge Ideen, was gemacht werden kann. Mal sehen, was draus wird.
– Mit Sprengstoff kriegt Uwe Krümmling den Bunker im Wiesingerweg klein. Das Beton-Fundament ist zu massiv für die Abrissbagger, da bestellte die Firma Ehlert & Söhne die Sprengfachleute.

Dezember
– Die Polizei ermittelt den mutmaßlichen Brandstifter von Karstadt: Ein 13-jähriger Junge zündelte laut Ermittlern im Parkhaus an der Osterstraße. Zwei Autos brennen aus, das Parkdeck 2 ist vollkommen verrußt und bleibt weiterhin gesperrt.
– Das hilft der Jüdischen Gemeinde ein Stück weiter: Die Hermann Reemtsma Stiftung will mehr als eine Million Euro für die Sanierung der Synagoge an der Hohen Weide spenden. Das marode Gebäude muss für etwa 3,5 Millionen Euro erneuert werden.
– Kurz vor Weihnachten segnet die rot-grüne Mehrheit in der Bezirksversammlung das Kürzungspaket in der offenen Kinder- und Jugendarbeit ab. Während die Einrichtungen für manche Angebote nun kein Geld mehr haben, bekommen sie für andere Aufgaben extra Zuschüsse – insgesamt mehr, als gespart wird. Dafür müssen sie aber auch andere Sachen anbieten.
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