"Das Jugendhaus muss bleiben!"

Die gemütlichste Pausenhalle der Stadt: Im Haus der Jugend neben der Stadtteilschule Stellingen können die Schüler in den Pausen auftanken.

Das Haus der Jugend in Stellingen arbeitet eng mit der Stadtteilschule zusammen – Umzugspläne gefährden diese Kooperation

Kurz vor halb zehn, Zeit für die Musik. Heute schallen Rap und Rock aus den Boxen. Kaffee und Tee stehen auf dem Tresen im Haus der Jugend (HdJ) bereit, jetzt kommen die Jungs und Mädchen der benachbarten Oberstufe der Stadtteilschule Stellingen. Willkommen in der gemütlichsten Pausenhalle der Stadt.
Eine Gruppe Jungs lässt sich in die Sessel plumpsen, nebenan in der Halle spielen vier Schüler Fußball. Am Tresen holen sich die Teenager ihre Dosis Koffein. Am Tischkicker spielen zwei Mädchen und zwei Jungs um Sieg oder Niederlage. Das Jugendhaus und die Stadtteilschule am Sportplatzring sind direkte Nachbarn: Von der Schulcafeteria geht es direkt ins HdJ. Das Haus ist aber nicht nur Rückzugsort für die Jugendlichen, sondern auch Anlaufstelle bei Fragen und Problemen.
„Viele Schüler haben große Not und große Sorgen, damit kommen sie zu uns, nicht zu den Lehrern“, erzählt Sozialpädagogin Bärbel Jöhnk. Ärger in der Familie, Stress in der Schule oder Knatsch mit Freundinnen und Freunden sind einige der Themen, die die Jugendlichen belasten. „Es ist wichtig, dass es einen Raum außerhalb der Schule gibt, in dem wir mit den Jugendlichen offen reden können.“
Doch es ist unklar, ob das auch in Zukunft so sein wird: Das HdJ soll in das geplante neue Wohnquartier umziehen, das auf den jetzigen Sportplätzen entstehen wird. Die Oberstufe soll an den Stammsitz der Stadtteilschule am Brehmweg verlegt werden – gut einen Kilometer weiter weg. Das wäre das Ende der engen Kooperation wie bisher am Sportplatzring. „Die Jugendlichen haben nach der Schule kaum noch Zeit und Energie, um rauszugehen und etwas zu unternehmen. Das HdJ muss nah an die Schule ran, um die Jugendlichen dort zu unterstützen“, ist Jöhnk überzeugt.
Das Jugendhaus hat deshalb gerade seine Öffnungszeiten erweitert: Von morgens neun Uhr bis abends 21 Uhr ist nun geöffnet. Bis 16 Uhr nachmittags zählt das HdJ-Team etwa 400 Besucher –­ überwiegend Schüler. Werden Schule und HdJ getrennt, dürfte das vorbei sein.

Stadtteilschule will Jugendhaus in der Nähe


Das ist geplant am Sportplatzring: Auf den jetzigen Sportplätzen soll ein neues Wohnquartier mit einem Stadtteilhaus für kulturelle und soziale Einrichtungen entstehen - inklusive Jugendhaus. Die Oberstufe - knapp 300 Schüler der Jahrgänge 11 bis 13 - zieht an den Brehmweg um.
Bernd Mader, Leiter der Stadtteilschule Stellingen, macht sich stark für einen Verbleib des Jugendhauses an der Schule. „Das ist eine absolut gelungene Kooperation und eine notwendige Ergänzung zum Vorteil der Jugendlichen“, so Mader.
„Im HdJ finden die Schüler ganz andere Ansprechpartner und ein zusätzliches pädagogisches Angebot, wie es eine Ganztagsschule braucht.“ Er hoffe, dass die Entscheidung, das HdJ getrennt von der Schule unterzubringen, noch einmal überdacht wird. An der Geschwis-ter-Scholl-Schule in Lurup zum Beispiel kam man auch zu dem Schluss, das Jugendhaus direkt an der Schule zu belassen und es nicht zu verlagern.
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