„Das gibt es nur im Kaifu!“

Sie mag es, wenn sie draußen ist: „Ein Bürojob wäre nichts für mich“, sagt Franziska Arnold, Schwimmmeisterin im Kaifu-Bad. Vom Zehner allerdings würde sie – trotz großer Nähe zum Schwimmsport – „niemals“ springen. (Foto: cvs)
Hamburg: Kaifu-Bad |

Im Portrait: Franziska Arnold, Schwimmmeisterin in Eimsbüttels Freibad

Von Christopher von Savigny, Eimsbüttel

Es ist ruhig an diesem Vormittag im Freibad am Kaiser-Friedrich-Ufer: Bei bewölktem Himmel ziehen lediglich ein paar Schwimmer ihre Bahnen im großen 50-Meter-Becken, die meisten von ihnen tragen einen Neoprenanzug. Franzis-ka Arnold (28) mag sie, die Triathleten, weil sie zum Teil fast täglich vorbeikommen – oft frühmorgens – und man auch mal mit ihnen schnacken kann. „Manchmal sehe ich den einen oder anderen beim Wechselüben“, berichtet die junge Bademeisterin. „Der kommt aus dem Wasser, läuft einmal ums Becken und springt wieder rein!“ Sie lacht. „Witzig! Aber das gehört einfach zum Kaifu dazu, das macht seinen Charme aus!“
Ganz bewusst hat sich Arnold, gelernte Fachangestellte für Bäderbetriebe, für das Kaifu entschieden, in dem sie seit April dieses Jahres angestellt ist. „Weil hier am meisten los ist“, sagt sie. Im Büro zu arbeiten – das käme für Arnold nie in Frage. „Da würde ich nur einsam werden!“ Acht Stunden ist sie täglich im Einsatz, passt auf Besucher auf, sammelt Müll ein, überprüft die Qualität des Badewässers und fungiert als Ansprechpartnerin für Fragen und Probleme aller Art.

Einen Badegast musste sie noch nie retten

Zweimal im Jahr absolvieren sie und ihr Team einen Auffrischungskurs in Erster Hilfe. Schonmal jemanden retten müssen? Sie schüttelt den Kopf. „Wir passen auf, dass sich Leute, die schlecht oder gar nicht schwimmen können, nicht ins tiefe Wasser verirren.“ Dieses Jahr sei die Lage sehr entspannt. „Die meisten wissen sich zu benehmen!“
Meist sind es fünf Angestellte, die die Badegäste der gesamten Anlage (inklusive Hallenbad) beaufsichtigen. Ist der Besucherandrang besonders groß, wie etwa am ersten, besonders heißen Juliwochenende, wird nachgesteuert. An solchen Tagen ist Hamburgs einziger Zehn-Meter-Turm regelmäßig von Jugendlichen umlagert - meist sind es Jungs, die bei den Mädchen Eindruck schinden wollen. Zur Sicherheit steht dann immer ein Bademeister oben, um den Absprung freizugeben: Während man vom Zehner nur einzeln springen darf, ist es eine Etage tiefer, vom Fünfer, auch mal zu zweit nebeneinander erlaubt. Ein Zuschauerspektake, ganz ohne Frage!
„Am größten finde ich, wenn ein kleines Kind zum ersten Mal da ganz oben steht und sich schließlich zu springen traut“, sagt Arnold. „Der Applaus, der dann losbricht – das ist einfach irre! Das gibt es nur im Kaifu!“
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