Bye bye Schlamm: Am Isebek in Eimsbüttel entsteht ein neuer Park

Schlammiger Weg am Isebekkanal: Dieser Abschnitt zwischen Weidenstieg und Bundesstraße wird ab Mitte Januar saniert.
 
Jogger auf dem Radweg: Soll bald vorbei sein mit Ausweichmanövern.
Hamburg: Isebek-Park |

Wege und Flächen rund um den Kanal werden saniert und neu gestaltet – der große Überblick im Elbe Wochenblatt

Am Isebekkanal können Fußgänger in ein paar Wochen ohne Gummistiefel spazieren gehen. Ab Mitte Januar werden die matschigen Wege zwischen Weidenstieg und Bundesstraße saniert. In den nächsten zwei Jahren sollen der Kanal und angrenzende Grünflächen zum Isebekpark werden. Das Elbe Wochenblatt gibt den Überblick, was wo genau gemacht wird.

Er ist Spazierweg und Joggingstrecke, täglicher Radweg zu Schule und Arbeit, Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Hundelauffläche, Sportstätte und Freizeitfläche. Der Isebek ist ein kleiner Erholungsraum für Tausende Bewohner der dicht besiedelten Stadtteile Eimsbüttel und Hoheluft. Das Wasser, das Ufer, die Wege und Wiesen rund um dem Kanal müssen eine Menge aushalten und mitmachen.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Streit darum, was wo erlaubt und verboten sein soll (siehe Chronik). Die Zeit der erbitterten Konflikte scheint nun vorbei zu sein: Nach mehr als drei Jahren Arbeit hat der Runde Tisch Isebekpark sich darauf geeinigt, wie der Kanal und die angrenzenden Flächen zu einem Park für alle entwickelt werden können.


1. Gehwege

Spaziergänger und Jogger dürfen sich am meisten auf Verbesserungen freuen. Schließlich waren in den vergangenen Jahren manche Abschnitte am Isebekkanal im Herbst und Winter nicht benutzbar – wegen tiefer Pfützen und Schlammlöcher. Der Fußweg bleibt, wo er ist, und wird auf gesamter Länge zwischen Weidenstieg und Hoheluftbrücke erneuert. Der Weg wird mit einem Sand-Kies-Gemisch und einem leichten Gefälle zum Kanal hin angelegt, damit das Wasser in Richtung Böschung abfließt. Grundsätzlich sehen die Planungen vor, dass alles Regenwasser auf Weg und Böschung versickert, es wird keine Abflüsse und somit keine tief in den Boden eingreifenden Bauarbeiten geben. Daher muss auch kein Baum für die Bauarbeiten gefällt werden – das war zuvor jahrelang umstritten.

2. Radwege

Etwa 3.800 Fahrradfahrer nutzen täglich die Strecke entlang des Isebekkanals. Die Route soll an gleicher Stelle und in gleicher Breite erhalten bleiben. Wie der Gehweg wird auch der Radweg auf ganzer Länge zwischen Weidenstieg und Hoheluftbrücke erneuert, und behält seine rote Pflasterung. Die Bereiche vor den Ampeln an der Bundes- und Bogenstraße werden grau gepflastert und sollen eine Art Wartefläche signalisieren. Häufig drängeln sich zu Stoßzeiten Dutzende Radler und kommen mit Fußgängern in die Quere. Für alle soll an den Übergängen mehr Platz sein.

3. Veloroute

Die Veloroute Drei verläuft von der Bogenstraße bis zur Radbrücke Höhe Goebenstraße und dann nach Norden in Richtung Eimsbüttel. Dieser Abschnitt wird zukünftig verlegt: Die Radroute führt dann von der Goebenstraße auf einem extra angelegten Radstreifen in der Bismarckstraße weiter zur Bogenstraße. Das wird aber erst geändert, wenn Hamburg Wasser schätzungsweise 2019 mit den Sielbauarbeiten in der Bismarckstraße fertig ist. Schon vorher wird ein Radweg zwischen Goebenbrücke und Heymannstraße neu angelegt. An dieser Ecke biegen bisher viele Radfahrer ab und fahren über den Gehweg. Das soll mit der neuen Route verhindert werden.


4. Naturschutz

Im Isebekpark sollen vor allem die Uferbereiche geschützt werden. Sie sind Lebensraum für Vögel, Wassertiere und eine Art Wildholzfläche. Grundsätzlich sollen die Ufer nicht betreten werden. Daher hat das Bezirksamt zum Beispiel mehrfach die abgelegten Kajaks und Kanus abräumen lassen und will Bootsbesitzer davon überzeugen, die Ufer in Ruhe zu lassen. Der Zaun zwischen Gehweg und Kanal bleibt bestehen wie bisher. Der Uferbereich soll größtenteils sich selbst überlassen bleiben. Regelmäßig müssen aber Äste oder Bäume, die umzustürzen drohen, entfernt werden. Das Bezirksamt ist verpflichtet, die Flächen am Kanal sicher für Fußgänger oder Wassersportler zu halten. In vielen Bereichen werden neue Sträucher oder Hecken gepflanzt, um zum Beispiel Liegewiesen und Radwege besser abzugrenzen. Das Bezirksamt soll die Grünflächen am Kanal regelmäßig pflegen- Bisher gibt es dafür laut Amt etwa 5.000 Euro pro Jahr – das reicht nicht aus. Die Behörde hofft darauf, aus einer Naturschutzabgabe beim Wohnungsbau (Ökocent) zusätzlich Geld zu bekommen.

5. Hunde

Zukünftig müssen Hunde im ganzen Parkbereich an die Leine, Freilaufflächen gibt es nicht mehr. Zwei Wiesen, auf denen bisher Vierbeiner herumtobten, werden mit langem Gras bepflanzt und sollen zu einer Naturfläche werden. Das sind die Freiflächen im Mansteinpark (nahe Bogenstraße) und am Kaiser-Friedrich-Ufer (zwischen Bogenstraße und Boßdorfstraße). Das Bezirksamt empfiehlt Hundehaltern alternativ die Freilaufflächen an der Oberstraße oder zwischen Eppendorfer Weg und Doormannsweg.

6. Wassersport

Kajak- und Kanufahrer, Ruderer oder Stand-up-Paddler sollen den Kanal weiterhin nutzen können. Die bisherigen Stege an der Eimsbütteler Brücke und am Ufer des Mansteinparks bleiben erhalten. An der Mansteinbrücke nahe der Bogenstraße wird der Steg erneuert und ist danach als Einlassstelle für alle Wassersportler zugänglich. Bisher wurde der Steg von einem Ruderverein privat genutzt.

Teil Zwei: Bauarbeiten im Detail

Teil Drei: Kleine Chronik eines großen Konflikts
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3 Kommentare
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 04.01.2017 | 09:52  
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 04.01.2017 | 09:54  
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 04.01.2017 | 09:58  
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