Bushaltestellen verlegt – Senioren ausgebremst

Senioren und Betreuer aus der Monetastraße wollen die alte Bushaltestelle vor dem ehemaligen Finanzamt Beim Schlump behalten.
Hamburg: Beim Schlump 83 |

Eimsbüttel: Senioren kämpfen für "ihre" Haltestellen in der Straße Beim Schlump

Das Wartehäuschen ist noch da, die Werbetafeln werden noch beleuchtet, aber es hält kein Bus mehr vor dem ehemaligen Finanzamt an der Ecke Monetastraße/Beim Schlump in Eimsbüttel. Die Haltestellen der Buslinien 4 und 15 auf dieser und der gegenüberliegenden Straßenseite wurden um etwa 150 Meter in Richtung Geomatikum verlegt. An sich ein Katzensprung. Doch viele Senioren der Wohnanlage in der Monetastraße – ein Großteil von ihnen ist gehbehindert und herzkrank – kommen nicht mehr bis zur Bushaltestelle. Zu weit weg für sie.
Zum Beispiel Liselotte Hagen-Henseleit: Sie muss sich auf einen Rollator stützen. „Diese 150 Meter zusätzlich schaffe ich nicht mehr“, klagt die 83-Jährige. In der Wohnanlage des DRK in der Monetastraße 3 leben etwa 60 Menschen zwischen 65 und 100 Jahren. „Ein älterer Herr mit Herzbeschwerden muss seit Wochen mit dem Taxi fahren“, sagt Thora Rugenstein, Betreuerin des DRK.
Verlegt wurden die Stationen bereits vor ein paar Wochen, als die Kreuzung Grindelberg/ Beim Schlump umgebaut wurde. „Damals sagte man uns aber beim HVV, dass die Haltestellen nach Abschluss der Bauarbeiten wieder wie zuvor angefahren werden“, sagt Rugenstein. Nun ist das anders.
Laut HVV-Sprecher Rainer Vohl wurden die Haltestellen verlegt, damit das Geomatikum und das Bezirksamt Eimsbüttel besser zu erreichen sind. „Der Universitätsstandort an der Bundesstraße wird ausgebaut, der Bezirk wünscht einen entsprechend attraktiven ÖPNV-Anschluss. Das Bezirksamt Eimsbüttel ist ein wichtiges Ziel auch für Fahrgäste der Linie 4 (etwa aus Stellingen), durch die neue Haltestellenlage ist das Amt besser erreichbar. Gleichzeitig wird an dieser Stelle auch eine Alternative beziehungsweise eine Umsteigemöglichkeit zur Linie 5 geschaffen“, so Vohl.
Christa Spangenberg (78) ärgert sich: „Die planen vom Schreibtisch aus, ohne die Situation vor Ort zu kennen. An uns Senioren hat keiner gedacht!“ Die Bewohner der Monetastraße 3 protestieren in einem Brief an den HVV gegen die Verlegung – alle haben unterschrieben.
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