Bunker zu Betonkrümeln: So wird in Hoheluft gesprengt

Der Fachmann und sein wichtigstes Werkzeug: Uwe Krümmling zerlegt mit dem Sprengstoff Eurodyn 2000 die Reste des Bunkers in Hoheluft.

Wiesingerweg: Zwei Mal am Tag rumst es kurz

Ein dumpfes Grollen im Untergrund, es vibriert unter den Füßen. Nach einer Sekunde ist es vorbei. Staubschwaden ziehen über die Abriss-Stelle. 17 Kilo Sprengstoff haben gerade einen Teil des Bunkers am Wiesingerweg in Hoheluft zerlegt. Uwe Krümmling und seine Kollegen warten noch ein paar Minuten, die Schwaden müssen sich erst verziehen. Dann heben sie die dicken Schutzmatten von dem Gemäuer ab und sehen nach, was sie angerichtet haben.
Kleine Betonbro-cken liegen herum, verbogener Stahl ragt hier und da heraus. Krümmling, „Sprengberechtigter“, ist zufrieden: „Das sieht sehr lose aus, alles schön gelockert. Da muss der Bagger wohl nicht mehr ran.“ So soll es sein, schließlich sind die Männner der Firma Reisch Sprengtechnik hier, um den widerspenstigen Bunker schneller und leiser kleinzukriegen als zuvor die Abriss-Bagger.
Seit voriger Woche sprengen die Männer zwei Mal am Tag. Zuvor bohren sie Löcher in den harten Beton, versenken sorgfältig den Sprengstoff in der richtigen Dosierung, legen Drähte und Zünder. Es ist eine Menge zu tun, bis es für diesen kurzen Moment „Bumm“ macht. Wenn Uwe Krümmling zwei Mal kurz in das Signalhorn geblasen hat, wird bald gezündet. Er schließt den gelben Draht an den großen grünen Kasten, die Zündmaschine, an. Er sitzt hinter einem dicken Betonklotz und zündet die Ladung. Stück für Stück wird das Fundament des Bunkers so zerlegt. 1,80 Meter ist der Beton dick, da hätten die Abrissbagger sich lange mit abgemüht. Bis etwa Mitte Dezember werden die Bunkerreste in handliche Bro-cken gesprengt.
Bevor es losgeht, verteilt Krümmling an umliegenden Häusern Messgeräte. Sie zeichnen auf, wie stark die Erschütterungen von der Sprengung im Umkreis sind. Bisher sei alles okay, die Werte lägen unter dem erlaubten Wert.
Noch etwa 30 Mal wird am Wiesingerweg gesprengt. Für den erfahrenen Fachmann Krümmling ist es sein Beruf, Sachen in die Luft zu jagen. Aber von Routine mag er nicht sprechen. „Es darf keine Gleichgültigkeit eintreten. Ein leichtes Kribbeln ist immer da“, sagt er.

Sprengzeiten


Täglich wird zwei Mal gesprengt: morgens um 11.30 Uhr und nachmittags um 16.30/17 Uhr. Weil es nun früher dunkel wird, verlegt die Firma die Nachmittags-Sprengung um eine halbe Stunde nach vorne. Ab Montag, 26. November, wird dann um 16 Uhr gezündet.
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