Bunker-Aufstockung einfach nur durchgewunken?

Der Bunker an der Feldstraße ist momentan noch spärlich begrünt. Foto: Eichbaum

Kritik der Feldbunker Initiative am städtebaulichen Vertrag mit Investor

Gerd Eichbaum, St. Pauli
Die Entscheidung über die Aufstockung des Bunkers an der Feldstraße ist gefallen, die offenen Fragen der Kritiker des Projekts sind auch nach der entscheidenden Bürgerschaftssitzung unbeantwortet geblieben.Zunächst hatte der Bezirk im April eine Baugenehmigung erteilt und der Finanzausschuss am 13. Juni dem Projekt zugestimmt. Am 12. Juli hatte dann die Bürgerschaft mit den Stimmen von SPD, Grünen und CDU eine Neufassung des über 99 Jahre laufenden Erbpachtvertrags mit der Thomas J. C. Matzen Immobilien GmbH & Co KG abgesegnet. Damit steht der Realisierung der umstrittenen Aufstockung des 1942 von eintausend Zwangsarbeitern als „Flakturm IV“ errichteten Kolosses von knapp 38 auf knapp 58 Meter nichts mehr im Wege.
Die Kritik der „Feldbunker-Initiative“ entzündet sich vor allem an der Frage: Ist der abgeschlossene städtebauliche Vertrag im öffentlichen Interesse, wie von Seiten der Stadt dargestellt. Die Antwort der Initiative ist ein klares Nein.
Mehr Großveranstaltungen als geplant erlaubt
Sie begründet dies unter anderem damit, dass von der ohnehin viel zu niedrig angesetzten Erbpacht in Höhe von 5,8 Millionen Euro durch Gegenrechnungen des Investors nichts übrig bleibe. Dann sei die bezirkliche Vorgabe von nur 38 möglichen Großveranstaltungen in der neuen Halle aufgeweicht worden. Großveranstaltungen mit bis zu 1.300 Menschen seien nun jederzeit möglich. Schon aus finanziellen Gründen das wahrscheinliche Aus für die geplante „Breitensporthalle“. 
Zudem gebe es keine Gutachten zu den vielfältigen Auswirkungen auf die umliegenden Wohnviertel. Äußerlich werde es auch nicht der Koloss mit der immergrünen Haube. So dürfen nun im Sommer 25 Prozent der Betonfläche sichtbar sein, für den Zeitraum Oktober bis April gebe es gar keine Vorgaben. Insgesamt sei eine umfassende Bewertung des Projekts aber gar nicht möglich, weil große Teile des Vertrags geschwärzt und damit öffentlich nicht einsehbar seien.
Das Fazit der „Feldbunker-Initiative“: Allein die Rede-
beiträge während der entscheidenden Bürgerschaftssitzung „aus den Regierungsfraktionen ließen leider nicht wirklich eine intensive Auseinandersetzung mit der weitreichenden Beschlussvorlage erkennen.“
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