Bürgerpreis kann weg – Hauptsache Grünkohlessen

Beim Grünkohl sind sich alle einig:Das Essen wird in Stellingen als „sehr wichtig und nachhaltig“ geschätzt. Die Bürgerehrung im Stadtteil kann man auch lassen, finden Grüne und SPD. (Foto: siepmannH/ pixelio.de)

Skurriler Streit um Ehrungen – eine Glosse

Reinhard Schwarz, Stellingen/Eidelstedt – Das Ortsamt ist schon lange weg, das Kundenzentrum bald – jetzt soll Stellingen auch noch der Bürgerpreis gestrichen werden! Dabei hat der Bezirk Eimsbüttel den dort doch schamlos abgekupfert!
Grüne und SPD wollen Extra-Ehrungen engagierter Bürger aus Eidelstedt und Stellingen nicht mehr. Das soll nur noch auf Bezirksebene stattfinden. Die CDU und einige abtrünnige Sozialdemokraten wollen die Ehrung im Stadtteil dagegen auf jeden Fall erhalten.
Über diese Frage stritten sich kürzlich im Regionalausschuss Stellingen Christdemokraten mit Grünen und Sozialdemokraten mit Sozialdemokraten. So sagte etwa die Eidelstedterin Brunhilde Hesselbarth (SPD) zum Missfallen ihrer Genossen: „Wir dürfen den Bürgerpreis nicht kampflos aufgeben.“
Ursprünglich kam der Vorschlag zur Ehrung vor rund zehn Jahren von der Stellingerin Cornelia Mertens (GAL). Einige Jahre später führte der Bezirk auch eine solche Ehrung ein. Stellinger und Eidelstedter Politiker schwiegen beharrlich über diesen „Affront“, fühlen sie sich doch seit eh und je vom „fernen“ Eimsbüttel benachteiligt. Doch es war nicht zu übersehen, dass die Ehrungen am Grindel glanzvoller waren als die am Basselweg. Die letzte Feier im Dezember 2011 im Stellinger Rathaus verlief schon recht schmucklos. Anlass für SPD und GAL, die Notbremse zu ziehen.
Doch auf eines will man keineswegs verzichten: das gemeinsame Grünkohlessen, sozusagen als sinnstiftendes Element. Nach der Zeremonie im Stellinger Rathaus pilgerten Preisträger, Kommunalpolitiker und Gäste traditionell zum nahe gelegenen Vereinshaus des TSV Stellingen, wo das deftige Wintermahl serviert wurde. Laut CDUist der „informelle Austausch zwischen Kommunalpolitik und den Vertretern örtlicher Institutionen beim gemeinsamen Essen sehr wichtig und nachhaltig“. Aha. So etwas schwebt auch der GAL vor: Die Fraktion will Geehrte und weitere Aktive zum Schmaus einladen.
Wie wärs damit: Keine Ehrung, dafür Grünkohlessen gratis für alle Bürger! Bleibt nur noch die Frage:Mit Pinkel nach Bremer Art oder klassisch hamburgisch? Wohl bekomm’s.
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