Bürgerbegehren zur Brammerfläche gescheitert – und nun?

Von den 9.644 Unterschriften für das Bürgerbegehren Viertelgerechte Nutzung der Brammerfläche war nur etwa die Hälfte gültig, rund 800 zuwenig. (Foto: pr)

Es fehlten 800 Unterschriften – Politik diskutiert neue Ideen für die Gewerbefläche

Von Jan Paulo, Sternschanze/Altona – Es hat nicht gereicht: Nur 4.867 wahlberechtigte Bürger aus dem Bezirk Altona haben das Bürgerbegehren „Viertelgerechte Nutzung der Brammerfläche“ unterschrieben, rund 800 zuwenig. Damit gilt weiterhin der Bebauungsplan von 1994, der eine rein gewerbliche Nutzung des Gebiets zwischen Bahntrasse, Lippmannstraße, Max-Brauer-Allee und Schulterblatt vorsieht.
Dabei hatten die Initiatoren 9.644 Unterschriften eingereicht. Das Problem: „Auffällig viele der Unterzeichner sind nicht im Bezirk Altona gemeldet“, erklärt Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege. „Diese Unterschriften sind ungültig.“
Nach Ansicht der Initiatoren des Bürgerbegehrens liegt das Problem in der besonderen Lage des Grundstücks. „Die Brammerfläche liegt im östlichsten Zipfel von Altona, direkt an der Grenze zu den Bezirken Mitte und Eimsbüttel“, so John Schierhorn, Betreiber des Beach Clubs Central Park. „Die Anzahl der Unterstützer zeigt, dass unser Anliegen von einer deutlichen Mehrheit der Anwohner getragen wird, egal ob sie in Altona wohnen oder zufällig auf der anderen Straßenseite und dadurch in einem anderen Verwaltungsbezirk.“
Diese Sichtweise teilen auch Kommunalpolitiker. Die Fraktion der Linken hat für die kommende Bezirksversammlung beantragt, nun doch einen neuen Bebauungsplan im Sinne des Bürgerbegehrens auf den Weg zu bringen. Auch Mark Classen (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses, fordert eine neue Planung, in der „sowohl Wohnungen als auch eine kulturelle Nutzung im Vordergrund stehen“. Er verweist auf den rot-grünen Koalitionsvertrag, in dem stehe: „Für die ‚Brammer-Fläche’ ist ein städtebaulich ansprechendes, viertelverträgliches Gesamtkonzept zu erarbeiten.“
GAL-Fraktionschefin Gesche Boehlich tritt dagegen auf die Bremse: „Bevor wir so ein Verfahren auf den Weg bringen, sollten wir doch mit allen Fachbehörden, gegen die ein Bebauungsplan nicht durchsetzbar wäre, über die künftige Nutzung und deren Finanzierung einig sein“, meint sie. „Wohnungen sehe ich schon wegen des Bahnlärms eher skeptisch.“

Zomia auf die Brammerfläche?
Auf ihrer kommenden Sitzung am Donnerstag, 23. Februar (ab 18 Uhr) wird sich die Bezirksversammlung Altona mit der Brammerfläche befassen. Außer um den Bebauungsplan geht es voraussichtlich auch darum, ob die Bauwagengruppe Zomia vorübergehend dort unterkommen darf. Dafür zeichnet sich eine Mehrheit aus CDU, GAL und Linke, gegen Vorbehalte aus der SPD, ab.
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