Buddeln unter der Schanze

Die Vorbereitungen laufen seit Wochen: An der Ecke Schanzenstraße/Kleiner Schäferkamp entsteht ein Kontrollschacht für den Sielbau. Darin wird eine Maschine abgesenkt, die sich zunächst Richtung Neuer Pferdemarkt vorarbeiten wird und später eine Röhre in Richtung Weidenstieg buddelt. (Foto: rs)
Hamburg: Schanzenstraße |

Sielbau: Im Mai startet der Bohrer im Schanzenviertel

Von Reinhard Schwarz, Sternschanze/Eimsbüttel – Bohrer „Jutta“ ist fertig, jetzt muss sich der jüngere Bruder durchs Erdreich fressen. Einsatz in 20 Metern Tiefe. Ziel: Eine Baugrube am Neuen Pferdemarkt. Gemeint ist kein niedlicher Maulwurf, sondern eine „Vollschnittmaschine“ (AVN), die sich 2014 und 2015 tief unter dem Schanzenviertel hindurch schaufelt. Das riesige Gerät hat vorne eine kreisrunde Scheibe und sieht ein bisschen aus wie „T.R.U.D.E.“, die der vierten Elbtunnelröhre den Weg bahnte. Diesmal aber geht es um Siele.
Hamburg Wasser buddelt bereits seit 2012 an dem so genannten Transportsiel Isebek. Vom gleichnamigen Kanal aus soll die Leitung bis hinunter zum Hafen führen (siehe Kasten). Es werden rund 100 Jahre alte, noch im Kaiserreich gemauerte Röhren ersetzt. Vorboten der Baustelle sind seit einigen Wochen an der Kreuzung Altonaer Straße / Schanzenstraße zu sehen: Hinter einem Bauzaun ragen meterhohe gelbe Baustoffsilos in den Himmel der Schanze.
Das Isebek-Siel wird in mehreren Etappen gebaut, nun ist der zweite Abschnitt zwischen St. Pauli und Schanzenviertel dran. Die neue Röhre soll einen Durchmesser von 2,40 Meter haben – um den Bohrer in die Tiefe zu bugsieren, werden an mehreren Stellen bis zu 24 Meter tiefe Gruben ausgehoben. Dort startet das Bohrgerät, beziehungsweise kommt es nach seiner Buddelstrecke an.
„Zunächst geht es ab voraussichtlich Sommer 2014 von der Startgrube Kleiner Schäferkamp, Altonaer Straße, Weidenallee in Richtung Zielgrube Neuer Pferdemarkt und Grünen Jäger“, sagt Ole Braukmann, Sprecher von Hamburg Wasser. Ab Anfang 2015 arbeitet sich die Maschine dann von der Startgrube Kleiner Schäferkamp in die andere Richtung durch bis zum Weidenstieg. Dort entsteht ein so genannter Zielschacht, und dort endet zunächst einmal der Ausbau.


Schanzenstraße ab 20. Januar gesperrt


Das neue Siel (Länge; 3,65 Kilometer) soll Regen- und Abwasser unter Eimsbüttel und St. Pauli hinweg bis zum Pumpwerk am Hafen leiten. Die alten Siele fassen die Wassermassen häufig nicht mehr. Zwei bis drei Mal im Jahr, so die Experten, läuft daher verschmutztes Regenwasser und häusliches Abwasser in den Isebekkanal. Das soll zukünftig verhindert werden. Zudem stammen die alten Abwassersiele noch aus dem Jahr 1902, wurden zuletzt 1960 renoviert und werden nun modernisiert. Gesamtkosten für den Sielbau: 42 Millionen Euro.
Schwerpunkt der Bauarbeiten ist derzeit das Schanzenviertel - vor dem Sielbau werden Trinkwasserleitungen erneuert. Achtung, Autofahrer: Die Schanzenstraße ist zwischen Ludwigstraße und Kampstraße ab 20. Januar für mehrere Wochen komplett gesperrt. Voraussichtlich ab Mitte März wird die Schanzenstraße in nördlicher Richtung nur auf einer Spur befahrbar sein.
Aktuelle Infos unter www.hamburg-wasser.de/baustellen.591.html
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