Brötchen, Tomaten und Joghurt für lau

Obst, Gemüse, Milchprodukte: Jeden Abend gehen an der Methfesselstraße von einem Supermarkt aussortierte Lebensmittel über die Tische. (Foto: cvs)

An der Methfesselstraße in Eimsbüttel werden jeden Abend ausrangierte Lebensmittel verschenkt

Christopher von Savigny, Eimsbüttel – Vor der 040-Bar in der Methfesselstraße stapeln sich mehrere Kisten mit Lebensmitteln: Frische Champignons, Tomaten und Paprikaschoten in großen Mengen liegen dort bereit, daneben zwei weitere Kis-ten mit Backwaren. Eine Handvoll Passanten hat sich um die Tische geschart und sammelt ein, was für die eigene Küche gebraucht wird. Anwohnerin Anna Meyer hat eine Tüte Pilze und ein paar Brötchen
eingesteckt. „Die sind für die Freunde meiner Tochter“, erklärt sie. „Die haben nämlich keinen festen Wohnsitz und können das Zeug sicher gut gebrauchen.“ Auch Eva Wojcek hat sich mit Waren eingedeckt. „Bevor man etwas wegschmeißt, ist es doch besser, man verschenkt es“, findet sie.
„Götterspeise“ nennt Initiator Marco Scheffler seine Aktion, bei der allabendlich gegen 21.30 Uhr ausrangierte Lebensmittel eines nahegelegenen Supermarkts unters Volk gebracht werden – gratis. Reichlich Brot, Obst und Gemüse sind darunter, aber auch Aufschnitt, Fleisch und Milchprodukte. Meist ist das Verfallsdatum gerade abgelaufen. „Manchmal ist auch nur eine angematschte Tomate im Netz, die nehmen wir dann raus“, erklärt Scheffler. Täglich acht bis zwölf Kisten noch bestens verwertbarer Frischware sind bisher verschenkt worden, seit Beginn der Aktion im November geschätzt etwa fünf Tonnen Lebensmittel. Den Anstoß gab eine TV-Reportage über Lebensmittelverschwendung. „Über das Ausmaß war ich richtig erschrocken“, sagt Scheffler. „Jetzt freue ich mich, dass das Projekt so gut funktioniert!“
Schon im letzten Jahr hatte der Gastronom mit der „Wechselstube“ eine ähnliche gemeinnützige Aktion gestartet: In einem Zelt auf dem Bürgersteig konnte man nicht mehr benötigte Dinge wie Haushaltsgegenstände und Bücher abgeben, anderes dafür mitnehmen. Doch es gab Ärger mit dem Vermieter, eine Ausweichfläche auf dem Else-Rauch-Platz wurde vom Bezirksamt nicht genehmigt, aus Brandschutzgründen. Die „Wechselstube“ soll wieder auferstehen, irgendwo in der Nähe. „Wo? Verraten wir erst, wenn die Genehmigung da ist“, so Scheffler.
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