Botschafter für jüdische Kultur

Shlomo Bistritzky ist Gründer und Leiter des jüdischen Bildungszentrums „Chabad Lubawitsch“ in der Rentzelstraße. Am Montag, 16. Januar, wird er in sein Amt als Landesrabbiner von Hamburg eingeführt. (Foto: cvs)

Shlomo Bistritzky wird neuer Landesrabbiner in Hamburg – wie er das Chabad-Bildungszentrum aufgebaut hat

Von Christopher von Savigny, Grindelviertel – "Chabad“ ist ein hebräisches Kunstwort, das sich aus den Begriffen „Weisheit“, „Verstehen“ und „Wissen“ zusammensetzt. Der Name des jüdischen Bildungszentrums in der Rentzelstraße, „Chabad Lubawitsch“, erinnert an den Ort in Russland, wo die Bewegung über ein Jahrhundert lang ihren Sitz hatte. „Unser Ziel ist es, das Judentum im Stadtteil lebendig zu machen“, sagt Rabbi Shlomo Bistritzky. 2003 ist der Israeli mit seiner Familie nach Hamburg gekommen, um die jüdische Gemeinde ein bisschen auf Trab zu bringen. „Vorher gab es hier kein aktives jüdisches Leben“, meint Bistritzky. Jetzt ist er sogar Landesrabbiner geworden.
In den vergangenen Jahren hat sich einiges getan im Grindelviertel, das vor einem Jahrhundert im Volksmund noch „Klein-Jerusalem“ hieß: Die ehemalige Talmud-Tora-Schule wurde vor gut vier Jahren unter dem Namen Joseph-Carlebach-Schule wiedereröffnet, Geschäfte und Cafés schossen aus dem Boden.
Das Chabad-Zentrum verfügt über eine Bibliothek, eine Sonntagsschule für Kinder und eine kleine Synagoge, in der auch wochentags gebetet werden kann. Das Institut bietet Hebräisch- und PC-Unterricht für Erwachsene an und organisiert Studentenpartys und Ferienlager.
Mit seinem Umzug nach Hamburg ist Shlomo Bistritzky gleichzeitig zu seinen Wurzeln zurückgekehrt: Shlomos Großvater wurde in Hamburg geboren und floh 1938 vor den Nazis in die USA. Heute lebt er in Israel. Nach den Prinzipien der Chabad-Organisation ist Shlomo Bistritzky ein Botschafter (hebräisch: „Schluchim“), der das jüdische Leben im Ausland bereichern soll. Damit sind nicht etwa missionarische Tätigkeiten gemeint – diese sind im Judentum nicht vorgesehen. Seine Frau Chani ist Leiterin der Sonntagsschule und unterrichtet an der Joseph-Carlebach-Schule. Ein Problem ist, dass das Zentrum mehr Platz benötigt: Die derzeit 170 Quadratmeter reichen schon lange nicht mehr aus.
Geplant sind ein Kinderzentrum, ein koscheres Restaurant und ein Tauchbad („Mikwe“).
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