Böse ist nur ihr Name

Rock’n’Roll-Blues-Punk-Tanzband: Die sieben Männer der Gruppe aus St. Pauli haben eine treue Fanschar. (Foto: pr)

20 Jahre, sieben Alben: Ein Gespräch mit Bente Faust, Schlagzeuger der Band „Der Fall Böse“

K.P. Flügel, Eimsbüttel/St. Pauli

Einfach mal die Kinder machen lassen: Auf der Skaterbahn vor den Grindelhochhäusern posieren, feixen, klettern und rempeln Eimsbütteler Kids im neuen Video der Band „Der Fall Böse“. Es geht um Freundschaft im Song „C’est la vie“. Um schlechtgelaunte Menschen und die Frage, ob man diese um sich braucht. Geschrieben ist das Lied aus einer Kinderperspektive, herausgekommen ist ein cooles Statement zur Vielfalt und Gelassenheit.
Die sieben Männer von „Der Fall Böse“ haben gerade ihr siebtes Album herausgebracht. „Phönix Baby“ greift Alltagsthemen auf. Die Musik ist eine charmante Mischung aus Rock, Hip Hop und Pop, garniert mit kräftigen Bläser-Einsätzen. „Alles ist ein bisschen bunter, farbenfroher und nicht mehr so düster wie auf unserem letzten Album“, erzählt Schlagzeuger Bente Faust. „Textlich geht es unserem Sänger Björn darum, Bilder poetisch zu malen, in denen die Hauptthemen des Lebens immer wieder drin vorkommen. Liebes- und Sinnfragen, Trennungsgeschichten – mit denen beschäftigt man sich eh das ganze Leben“.

In 20 Jahren spielten sie 650 Shows in zehn Ländern


Vor 20 Jahren konnte sich Bente Faust nicht vorstellen, dass es seine Band heute noch geben würde. Angefangen hat alles in Hummelsbüttel. „Dort bin ich mit Björn zur Schule gegangen“, erzählt der Schlagzeuger. „Erst haben wir uns gar nicht gut verstanden, denn ich habe ihm seine Freundin ausgespannt. Auf irgendeiner Party lernten wir uns dann näher kennen. Dann haben wir die Band gegründet.“ Der Name bezieht sich auf einen Film, zu dem sie die Musik eingespielt hatten. Der Streifen war ein Flop, aber ein Produzent wurde auf die Band aufmerksam.
Ihre Songs waren in Werbespots zu hören, sie spielten später im Vorprogramm der „Ärzte“ und von Boss Hoss. Für mehr als 650 Shows tourten die Jungs durch zehn Länder auf drei Kontinenten, unter anderem durch Mexiko und Australien.
Von der Musik können die Band-Mitglieder bis auf Bente Faust nicht leben. „Ich bin der einzige, weil ich ein Tonstudio habe und auch andere Künstler produziere. Die anderen arbeiten als Klavierbauer, im Social-Media-Bereich, als Fremdenführer, dann haben wir einen Lebenskünstler und einen Gitarrenlehrer dabei. Wir setzen nicht darauf, dass die Musik uns ernährt. Dann hätten wir viel zu viel Druck und könnten nicht mehr so frei agieren. Den einzigen Druck, den wir haben, ist, uns künstlerisch weiterzuentwickeln.“

❱❱ www.derfallboese.de

Konzert
Mittwoch, 14. Dezember,
20 Uhr: Mojo Club, Reeperbahn 1, Karten: 17,20 Euro


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